Seehausen/Boock l Mit der Bildung der Verwaltungsgemeinschaft und später der Verbandsgemeinde Seehausen war mit Reinhard Schwarz schon einmal jemand von der „Altmärkischen Höhe“ Chef im Seehäuser Rathaus. Jetzt sucht der Boocker David Elsholz seine größten Herausforderung und will die Nachfolge von Robert Reck antreten, der sein Amt zum Jahreswechsel aufgegeben hat.

Reck und Elsholz kennen sich. Und wenn sie etwas gemeinsam haben, dann vielleicht die jugendliche Unbeschwertheit, den Elan und die etwas andere Sicht auf die Dinge. Eslholz ist 33 Jahre jung, stammt aus Berlin, hat dort die Ausbildung zum Physiotherapeuten absolviert und in der Hauptstadt seine Frau Henriette kennengelernt. Ihr folgte er auch zurück in die Altmark. Mit dem Kauf eines Vier-Seiten-Hofes in Boock haben sich beide Ende 2010 einen großen aber bodenständigen Traum erfüllt. Nach Feierabend geht es oft auf die Baustelle. Denn die junge Familie, die erst mit Linus und Karla komplett ist, will möglichst bald ins neue Wohnhaus ziehen.

Wissbegierig und gestaltungsfreudig ist der Wahl-Boocker schon immer. Mit den Bündnis-Grünen hat er 2011 seine politische Heimat gefunden. Mittlerweile steht er dem Kreisverbandes Stendal vor. Der passionierte Läufer ist ehrenamtlich vielseitig aktiv. Er engagiert sich zum Beispiel für die Integration von Flüchtlingen und ist Vorsitzender des Fördervereins der Kossebauer Kindertagesstätte „Wichtelhausen“, womit er das Verständnis für die Zukunftssorgen der Betreuungseinrichtungen an Elbe, Aland und Zehrengraben aufbringt, mit denen die Verbandsgemeinde Seehausen noch „besser“ als andere Landstriche bestückt ist. Immerhin zehn kommunale Einrichtungen und eine in freier Trägerschaft hoffen auf eine Zukunft, was derzeit nicht nur die Mitglieder des Sozialausschusses umtreibt. Auch Elsholz ist der Meinung, dass man ein Für und Wider nicht nur an nackten Zahlen abwägen darf. In dem Zusammenhang will er sich dafür einsetzen, dass die Region so lebenswert ist, damit sich auch etwas mehr Nachwuchs anbahnt. In Boock habe man derzeit ordentlich Zuwachs. Was er nicht nur auf seinen Sohn und seine Tochter bezieht.

Wenn es um die Entwicklung der Region geht, will er vor allem möglichst viele Leute einbeziehen. Die Arbeitsgemeinschaft „Kultur“, die sich vorrangig der touristischen Entwicklung widmet und in der er mitwirkt, hält er für einen guten Weg, den man auf anderen Themen ausweiten und Bürger im übertragenen Sinn mitnehmen könnte.

Mit seinem politischen Überzeugung ist er kein Freund der A 14, sieht aber auch keinen Weg, das Projekt zu verhindern. Nur: Wenn die Fernstraße kommt, sollten die negativen Nebenwirkungen für Mensch und Natur so klein wie möglich gehalten werden.

Dass er kein ausgewiesener Veraltungsfachmann ist, weiß er. Allerdings auch, dass die Verwaltung in Seehausen gut aufgestellt ist und seine Person auch bei der Außendarstellung der Kommune, beim Entwickeln neuer (Förder-)Ideen oder der Vermittlung zwischen Interessengruppen gefragt ist.

Obwohl er die Kandidatur über die Bündnis-Grünen laufen lassen könnte, will er als Einzelkandidat antreten, weil er das Amt frei von Parteipolitik sieht. Die entsprechenden Unterschriften zu sammeln, sind für ihn erste Schritte zum Wahlkampf und viele Gespräche – gern auch ganz modern via facebook – sein Programm bis zur Stimmenabgabe.

Sein Wahl-Budget ist klein. Trotzdem will der Boocker nicht auf Kopfplakate verzichten, die er mit Unterstützung von Freunden selbst anbringen möchte. Denn die Leute brauchen auch ein Gesicht.

Neben David Elsholz kandidieren Rüdiger Kloth aus Aulosen (CDU), der Seehäuser Stadtbürgermeister Detlef Neumann, Antje Spillner und Franka Hirsch aus Beuster sowie Jörg Hermann Holländer aus Seehausen (alle vier ohne Unterstützung einer Partei) für die Wahl. Bewerbungsschluss ist am Montag, 15. Februar.