Seehausen l Sieben Kandidaten wollen bislang in gut fünf Wochen die Nachfolge von Robert Reck als Verbandsgemeindebürgermeister antreten. Wenn einer im wahrsten Sinn des Wortes Nähe zu dem Amt hat, dann Detlef Neumann. Als erster Mann der Hansestadt Seehausen residiert er seit drei Jahren im Rathaus quasi Tür an Tür mit dem Verbandsgemeindebürgermeister. Jetzt will er seine Chance nutzen und gern umziehen.

Die Argumente für eine Wahl des 53-Jährigen haben durchaus Gewicht. Was auch an der kommunalpolitischen Vergangenheit des zwei­fachen Familien-Vaters liegt, der in Gollensdorf sowie Lindenberg aufgewachsen ist, aber seit Jahrzehnten gern am Aland lebt und dank früherer Krankenhausstrukturen für sich immerhin in Anspruch nehmen kann, ein gebürtiger Seehäuser zu sein, erklärt er augenzwinkernd im Gespräch mit der Volksstimme.

Mitte der 1990er Jahre wurde er als sachkundiger Bürger in den Seehäuser Bauausschuss berufen. Auf der Liste der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) Seehausen rückte er später im Stadtrat für den ausscheidenden Dieter Zeuke nach und übernahm von ihm auch die Leitung des Bauausschusses. Bei der nächsten Kommunalwahl schaffte es der Metallbaumeister, der seine Brötchen beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) verdient und gern die Natur in seinem Jagdrevier genießt, auf Anhieb in die Runde der städtischen Abgeordneten. Seit der Kommunalwahl 2014 sitzt er auch im Verbandsgemeinderat.

Nach dem plötzlichen Tod von Ewald Duffe im November 2012 wurde Neumann im Februar 2013 zum Seehäuser Bürgermeister gewählt. Knapp 80 Prozent der abgegebenen Stimmen konnte er seinerzeit auf sich vereinen. Auch wenn die UWG Seehausen sozusagen seine politische Heimat ist, trat er schon damals als Einzelkandidat an, was er bei seiner jetzigen Kandidatur beibehält, weil die Bürgermeisterwahl eine Personenwahl ist.

Seit seiner Ernennung sitzt er nicht nur räumlich dicht am Büro des Verbandsgemeindebürgermeisters, er erlebt auch hautnah die Entwicklung der ganzen Region mit, kennt die kommunalen Sparzwänge und weiß, wie schwer es ist dagegenzuhalten.

Als Stadtoberhaupt über rund 5100 Bürgern (inklusive der Ortsteile) vertritt er übrigens schon jetzt die Interessen von rund der Hälfte aller Einwohner der Verbandsgemeinde. Warum dann mit der Erfahrung der vergangenen Jahre nicht vom Ehren- ins Hauptamt wechseln, fragte sich Detlef Neumann und mit ihm offenbar auch viele Unterstützer, die ihn gern als Nachfolger von Robert Reck sehen würden.

Dass der Job im Rathaus kein Zuckerschlecken wird, ist ihm klar und auch, worauf er sich besonders konzentrieren kann, nachdem er die von Reck geschaffenen Rathausstrukturen nicht über den sprichwörtlichen Haufen schmeißen will, abgesehen von einer Aufwertung der immer komplizierteren Akquise von Fördermitteln.

Um hier zu bleiben oder sich anzusiedeln, wünschen sich die Leute ein gutes Einkommen. Deshalb gilt seine Unterstützung den eingesessenen Arbeitgebern, aber auch der Erweiterung des Industriegebietes, um mit der Autobahn Investoren anzulocken. Dazu betont er mit Blick auf rund 30 Seehäuser Vereine, dass der ehrenamtlichen Arbeit eine große Bedeutung zukommt, und sich die Protagonisten seiner Unterstützung sicher sein können.

Ihm ist auch bewusst, dass sich die Verbandsgemeinde künftig mir mehr Flüchtlingen arrangieren muss. Auch da bedürfe es ehrenamtlichen Engagements, was Betreuung und Integration betrifft. In dem Zusammenhang macht er sich schon aus logistischen Gründen für eine Unterbringung in der Stadt stark, was eine entsprechende Vereinbarung mit dem Landkreis zum Wohnobjekt an der Seehäuser Salzstraße untermauert.