Seehausen l  Rüdiger Kloth hat gekündigt. Keine Sorge: Der frisch gewählte Verbandsgemeindebürgermeister hat das Handtuch nicht schon kurz vor seinem Amtsantritt zum 1. Mai im Seehäuser Rathaus geworfen, sondern seinen Abschied beim alten Arbeitgeber jetzt auch schriftlich eingereicht. Dass der Aulosener bei der Gesellschaft für Nuklear-Service im niedersächsischen Gorleben ausscheidet, war dort indes bekannt, die entsprechenden Modalitäten schon länger vorverhandelt. Die Kündigung konnte der scheidende Vorsitzende des Verbandsgemeinderates aber erst abgeben, nachdem er die Ernennungsurkunde als oberster Verwaltungsbeamter der Verbandsgemeinde Seehausen in den Händen hielt. Das war am Dienstagabend der Fall. Da tagten die Vertreter der fünf Mitgliedsgemeinden, um das Stichwahlergebnis vom 3. April formell zu bestätigen. Der Beschluss wiederum war möglich geworden, weil es nach dem Urnengang keine Einsprüche gegen die Wahl oder deren Ergebnis gegeben hatte.

Dem formellen Teil schloss sich die Ernennung, Vereidigung und Verpflichtung des 50-Jährigen für die kommenden sieben Jahre an. Rüdiger Kloth betonte, dass er auf diesen in den vergangenen Wochen hingearbeitet habe, sich auf die Herausforderung freue, aber auch, „dass ich jetzt liefern muss“. Wie im Wahlkampf sicherte er den Ratsmitgliedern eine offene und ehrliche Zusammenarbeit zu, auf deren Basis man gemeinsame, hoffentlich auch mal mutige Entscheidungen fällt und danach ebenso gemeinsam trägt.

Zum personellen Prozedere gehörte auch, dass Kloth als ehrenamtliches Mitglied aus dem Verbandsgemeinderat ausscheidet, weil er als Bürgermeister von Rechts wegen gesetzt ist. Da er diese Funktion aber erst zum 30. Juni aufgeben muss, konnte er die Sitzung nach den Beschlüssen um seine Person fortsetzen und seine letzte Sitzung als Ratsvorsitzender zu Ende bringen.

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Als Nachrücker aus den Reihen der CDU steht der Groß Garzer Holger Griep bereit, der in der nächsten Sitzung berufen werden soll. Diese, so viel steht schon fest, wird nicht erst am 28. Juni, sondern früher – höchstwahrscheinlich noch im Mai – über die Bühne gehen, weil auch ein neuer Vorsitzender des Verbandsgemeinderates gewählt werden muss.

Offizielle Vorschläge für den Posten gibt es noch nicht. Fest steht aber, dass die Fraktion von CDU, FDP und FWA (Freie Wählern Aland) die meisten Sitze im Rat hat. Und hinter vorgehaltener Hand wurde auch bekannt, dass sich deren Hoffnungen derzeit auf Aland-Bürgermeister Hans-Joachim Hildebrandt fokussieren. Der musste die Sitzung am Dienstag als zweiter Stellvertreter schon einmal kurzzeitig leiten, als Kloth und dessen Vize Reinhard Röhl bei personellen Entscheidungen wegen eines Mitwirkungsverbotes kurz in den Zuschauerreihen Platz nehmen mussten.