Seehausen l Hinter verschlossenen Türen diskutierten am Dienstagabend die Mitglieder des Verbandsgemeinderates Seehausen ausführlich zu den ausgehandelten Punkten zwischen dem Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt und der Verbandsgemeinde. Das Gremium um Verbandsgemeinde-Bürgermeister Rüdiger Kloth stimmte anschließend dem Abschluss einer Vereinbarung zu. Und das einstimmig (bei einer Enthaltung). „Damit steht der Beendigung des Klageverfahrens der Verbandsgemeinde Seehausen gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Bau der 14 nichts mehr im Wege“, teilt Kloth mit, der von einer guten Lösung spricht.

Bei einer Sondersitzung im Mai entschied sich die Mehrheit des Rates, gegen den Planfeststellungsbeschluss zum geplanten Autobahnabschnitt von der Vielbaumer Kreuzung bis zur Landesgrenze Brandenburg (Elbmitte) zu klagen. Viele Bedenken der Verwaltung und Kommunalpolitik seien von den Verantwortlichen ignoriert worden, weshalb der Unmut aufkam. Speziell die Forderung nach entsprechender Entschädigung für die nahe an der Trasse wohnende Bevölkerung wurde abgelehnt. Nun konnten sich die Entscheidungsträger und die Verbandsgemeinde einigen. Unter anderem beim Lärmschutz.

Zusätzliche Lärmschutz-Anlagen sollen für die Wohngrundstücke nördlich von Geestgoottberg angebracht werden. Geplant sind beidseitig rund 300 Meter lange Lärmschutzwände, die den Lärmpegel etwas eingrenzen sollen. Die A 14 verläuft praktisch in Reichweite der Märsche vorbei. Auf zwei Teilstücken an der Landesstraße 2 sollen zudem zwei straßenbegleitende Radwege entstehen, die ebenfalls ob des dann zunehmenden Verkehrs - die L 2 wird Zubringer zur Autobahn - gefordert wurden. Einerseits können die Radler künftig auf der kurvenreichen Strecke zwischen Wanzer und Aulosen sicher entlang rollen. Andererseits wird auch ein Weg vom Bahnübergang am Industriegebiet in das Seehäuser Stadtzentrum hinein geplant. Außen vor bleibt noch der L2-Abschnitt zwischen Scharpenhufe und Krüden, der indes nicht so gefährlich sei wie der Bereich zwischen Wanzer und Aulosen. Obgleich auch die Hoffnung bestand, dass diese Strecke mit einem extra Weg für die Pedalritter erschlossen wird. „Uns war aber auch klar, dass nicht alle Forderungen unsererseits realisiert werden“, ist Kloth Realist.

Radweg?

Da die jetzige Kreisstraße 1020 (Losenrade-Beuster-Feldneuendorf-Seehausen) zur L 38 hochgestuft wird, hofft die Verbandsgemeinde auch bei diesem Abschnitt auf einen straßenbegleitenden Radweg. Die Prüfung dazu soll auf jeden Fall erfolgen, sieht die Einigung mit dem Ministerium vor.

Ferner wurde der Verbandsgemeinde die Prüfung der Dimensionen der geplanten ländlichen Wege und die Durchführung einer Informationsveranstaltung mit Fachleuten für die Einwohner zugesichert. Der Verbandsgemeinde-Bürgermeister, der sich für die Unterstützung bei Landrat Carsten Wulfänger bedankt, der die Gespräche mit den Entscheidungsträgern in die Wege geleitet hat, betont, dass die Klage sich nicht grundsätzlich gegen den Bau der Nordverlängerung der A 14 richtete. „Vielmehr waren wir mit den Rahmenbedingungen unzufrieden.“

Die Ratsmitglieder sehen das Ergebnis der Verhandlungen als Erfolg an, da Verbesserungen für die Einwohner erzielt werden konnten. Mit diesem Beschluss sei nun eine weitere Hürde auf dem Weg zum Bau dieser Verkehrsverbindung genommen, fasste Rüdiger Kloth abschließend zusammen.