Flächennutzungsplan

Abgestimmt: Bauausschuss stellt sich hinter neues Wohngebiet „Am Werder“

Der Bauausschuss des Stadtrates Osterburg hat sich mehrheitlich hinter das geplante Wohngebiet „Am Werder“ gestellt. Herausgefordert von David Elsholz (Die Grünen), der das Areal am Naherholungsgebiet im Flächennutzungsplan nicht für Wohnungsbau ausweisen möchte.

Von Karina Hoppe
Gerade fand eine Infoveranstaltung zum geplanten Baugebiet „Am Werder“ statt. Dabei ging es vor allem um die Zuwegung.
Gerade fand eine Infoveranstaltung zum geplanten Baugebiet „Am Werder“ statt. Dabei ging es vor allem um die Zuwegung. Foto: Karina Hoppe

Osterburg - Klaus-Peter Gose sagte, er sei nicht befangen, „aber irritiert“. Der Bauausschussvorsitzende Matthias Lenz (beide Freie Stadträte) hatte wegen möglicher Befangenheit gerade den Saal des Verwaltungsgebäudes verlassen und ihm die Sitzungsleitung übergeben. Lenz ist neben Glen Maurer Investor für das geplante Wohngebiet „Am Werder“ in Osterburg, das am Montagabend im Saal des Verwaltungsgebäudes zum Thema wurde. Der Bauausschuss diskutierte über den zweiten Entwurf des Flächennutzungsplans (FNP) der Einheitsgemeinde. Im Rahmen eines solchen spreche man nicht von Befangenheit, sagte Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler), da niemand direkt profitiere. Aber von David Elsholz auf den Aspekt hingewiesen, zog sich Matthias Lenz trotzdem zurück – „ich will mir nichts nachsagen lassen“. Der FNP sieht vor, dass das Gebiet „Am Werder“ als Wohnbaufläche ausgewiesen wird.

Nachwende-Bauansinnen behördlich abgewiesen

David Elsholz (Fraktion Grüne/FDP) sieht darin eine „Wahnwitzigkeit“ und stellte einen Antrag dagegen, das feuchte Gebiet eigne sich von seiner Beschaffenheit her überhaupt nicht als Wohngebiet. Nicht umsonst seien Nach-Wendepläne, dort Gebäude zu errichten von Behördenseite abgeschmettert worden. Die Gründe dafür sollte die Verwaltung doch noch einmal heraussuchen, stellte Ratsmitglied Jürgen Emanuel (Die Linke) in den Raum. Elsholz sei nicht gegen neue Wohngebiete an sich, „sondern an dieser Stelle“. Und wenn die Stadt in Bezug auf das geplante A14-Gewerbegebiet einen neuen Standort gefunden hat, könne man doch auch in Sachen Wohngebiet eine Alternative suchen. Dass die Investoren das Grundstück bereits erworben haben, dürfe keine Rolle spielen. Fläche tauschen? Das sei nicht möglich, hieß es von Seiten der Verwaltung. „Das heißt, im Flächennutzungsplan steht politischer Wille, wir können eine andere Fläche ausweisen, aber wir haben dann keine Garantie, dass die Eigentümer mitspielen und sich Investoren finden“, sagte Schulz. Guido Cierpinski, Planer für das Wohngebiet „Am Werder“, sprang für selbiges in die Bresche. „Versiegelt ist versiegelt, ob man es nun hier macht oder woanders.“ Die Fläche am Werder sei prädestiniert als Wohngebiet, „mit kurzem Weg in die Stadt und zu Ärzten und Apotheken“, so Cierpinski, der nochmals darauf verwies, dass die Werderwiesen rein rechtlich gar kein Naherholungsgebiet seien und die avisierte Baufläche davon ab „gar nicht Teil davon ist“. Cierpinski erinnerte daran, dass die Anwohner bei der gerade stattgefundenen Infoveranstaltung nicht die Fläche als solche monierten, sondern „nur“ die künftige Zuwegung über die Wiesenstraße. „Sie verlangen sehr viel von uns, was wir noch gar nicht leisten können“, sagte Cierpinski in Hinblick darauf, dass es noch nicht mal einen Aufstellungsbeschluss gibt. „Die Bürgerbeteiligung kommt eigentlich erst danach.“

Stadtrat soll grünes Licht für B-Plan geben

Elsholz’ Antrag auf Herauslösung des Baugebietes 13 aus dem FNP wurde mit drei Nein- und zwei Ja-Stimmen abgelehnt. Und wenn es nach dem Bauausschuss geht, soll der Stadtrat auch den veränderten B-Plan-Aufstellungsbeschluss für das Wohngebiet absegnen. Hierfür vergab er bei einer Enthaltung drei Ja- und eine Nein-Stimme. Matthias Lenz stimmte naturgemäß nicht mit ab. Ratsmitglied Rainer Moser (Freie Stadträte) sagte: „Im Grunde ist ja alles überall Biotop, baut das Ding, mir gefällt’s“. Das letzte Wort hat der Stadtrat, wobei es um die erste Stufe des Plan-Prozederes geht und die Ratsmitglieder immer wieder mit einbezogen werden sollen.