Beuster l Die Pläne für die Neugestaltung des Dorfplatzes von Beuster beschäftigen den Stadtrat Seehausen schon länger. 2018 sollen endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Fördermittel sind inzwischen zugesagt und müssen noch bis zum Jahreswechsel verbaut beziehungsweise abgerechnet werden. Der Eigenanteil finanziert sich über Einnahmen, die vor Jahren aus dem Verkauf von Wohnungen im Ortsteil Esack erzielt wurden und die so lange zweckgebunden für Beuster quasi auf der hohen Kante lagen.

Nachdem vor fast zwei Jahren schon einmal die Einwohner im Dorfgemeinschaftshaus um ihre Meinung zu den Gestaltungsplänen gefragt worden waren, trafen sich am Mittwochabend noch einmal die Mitglieder des Seehäuser Bauausschusses mit dem Planer an gleicher Stelle, um Details zu erörtern. Während sich im Juli 2016 rund 30 Einwohner an der Diskussion beteiligten, hielt sich das öffentliche Interesse dieses Mal allerdings in überschaubaren Grenzen.

Viel Neues hätten die betroffenen Einwohner indes wohl nicht erfahren. An den Eckpunkten der Planungen hat sich wenig geändert, und auch die Vorstellungen des Fördervereins „Deichkieker“, dessen Mitstreiter auf dem Festgelände an der Alten Schmiede Höhepunkte des Dorflebens organisieren und ihre Wünsche Ausschuss-Chef Willi Hamann im Vorfeld überreicht hatten, deckten sich weitgehend mit dem Kurs, den Planer und Kommunalpolitiker eingeschlagen haben.

Das heißt unter anderem, dass das Areal an der 200 Jahre alten und denkmalgeschützten Schmiede nicht nur Dreh- und Angelpunkt bei Weihnachtsmärkten, beim Tag des offenen Denkmals und ähnlichen Terminen, sondern auch für den öffentlichen Nahverkehr bleibt. Die Busse sollen den dreieckigen Dorfplatz am Rande der Breiten Straße künftig im Uhrzeigersinn umfahren und die Passagiere im Innenradius des „Kreisverkehrs“ entlassen oder aufnehmen. Insbesondere für die großen Busse wird es zwar eng, aber nach den Berechnungen des Planers nicht so eng, dass die Kommune mit Grundstücksanliegern in der Nachbarschaft des Platzes ins Geschäft kommen müsste.

Rückbau der Betonpiste

Die wichtigste Änderung für das Areal wird der Rückbau der Betonpiste sein, die weder dem Elbdorf und seinen betagten, oft liebevoll restaurierten Häusern mit hohem Fachwerkanteil und erst recht nicht der alten Schmiede gut zu Gesicht steht. Apropos alte Häuser: Um die oft nur sehr flach gegründeten Bauten nicht in Gefahr zu bringen, soll der Beton um den Dorfplatz erschütterungsfrei geschnitten und nicht mit einem Bagger und Meißelhammer gebrochen werden. Damit ja nichts schief geht, ist vor dem Baustart vorgesehen, dass ein Gutachter den Zustand der Gebäude im Anliegerumfeld aufnimmt, um bei Schadensmeldungen hinterher Rechtssicherheit zu haben.

Der entfernte Belag wird mit großen Natursteinen ersetzt, die fest verlegt sein müssen, damit die Busse das Pflaster auf dem engen Kurs nicht herausdrehen.

Die Straße, die bislang parallel zur Ortsdurchfahrt vor der Schmiede entlang führt wird ebenso ersatzlos gestrichen wie weite Teile des Rasens. Dafür ist ein wassergebundenes Mineralgemisch vorgesehen, das im Ausbau stabil genug ist, Publikum, Festbuden und Versorgungsfahrzeuge aufzunehmen, aber trotzdem das Oberflächen- wasser versickern lässt.

In dem Zusammenhang soll auch der Gedenkstein wieder an seine alte Stelle kommen und die Hecke den Blick sowie Schmiede freigeben.

Der Planer wird das Projekt jetzt noch einmal überarbeiten und zum Beispiel einberechnen, was es kosten würde, das Areal zum Stromanschluss mit Wasser und Internet zu versorgen. Der Bauausschuss hat im Juni das letzte Wort.

Dann wird es allerdings auch Zeit, die Maßnahmen auszuschreiben und zu vergeben, um die Bauarbeiten noch im laufenden Jahr über die Bühne zu bekommen. Bekanntlich sind Fachfirmen derzeit gut ausgelastet. Die Preise sind deshalb meist auch nicht ohne.