Seehausen l Gut fünf Monate war der Posten des Geschäftsführers bei Graepel Seehausen vakant. Führungslos war der Betrieb, aus dem insbesondere Blechprofilroste unter dem Motto „Sicherheit unter den Füßen“ in den unterschiedlichsten Größen, Formen und Farben in alle Welt gehen, deshalb nicht. Felix Graepel, neben seinem Bruder der zweite Vorstand des Familienunternehmens mit Hauptsitz in Löningen, leitete die altmärkische Außenstelle, die mit 235 Angestellten größter Arbeitgeber in der Region ist.

Der neue Geschäftsführer

Aber nur bis jetzt. Es stellte Felix Graepel mit An­dreas Klatschow den neuen Geschäftsführer vor. Das geschah wohl auch mit etwas Erleichterung, weil er jetzt wieder mehr Zeit für andere Aufgaben hat. Schließlich ist das Unternehmen mit beinahe 130-jähriger Tradition, das in diesem Jahr die Umsatzgrenze von 100 Millionen Euro überschreiten will, derzeit dabei, nach den USA auch in Indien Fuß zu fassen.

Mit Klatschow übernimmt nach einem Maschinenbauer ein Kaufmann das Ruder, der aber über genug technische Affinität verfügt und in den vergangen Jahren einschlägige Erfahrungen in der Metallbaubranche sammeln konnte.

Der gebürtige Hamburger und Vater von zwei Kindern, bleibt Wochenendpendler und hat inzwischen eine Wohnung im benachbarten Wittenberge bezogen. Er sei in 15 Minuten vor Ort, habe seine gewohnte Elbe im Blick, so aber auch genügend Abstand nach Feierabend, so der 50-Jährige. Dass es nicht nur private, sondern auch wirtschaftspolitische Verbindungen auf die andere Seite der Elbe gibt (es kommen ja täglich längst nicht alle Graepel-Mitarbeiter aus Seehausen), zeigte die Anwesenheit des Wittenberger Bürgermeisters Oliver Hermann, der der Einladung ebenso gefolgt war wie sein Seehäuser Amtsbruder Rüdiger Kloth, der von Wirtschaftsförderin Lisa Weigelt begleitet wurde.

Dass sich Andreas Klatschow schon gut mit seiner Aufgabe, dem Unternehmen, dessen Kompetenzen, den jüngsten Investitionen und möglichen Expansionsplänen vertraut gemacht hat, ließ er in einer Firmenpräsentation ebenso durchblicken wie die Maxime für Made in Seehausen: „Qualität, Design, Liefertreue“. Wobei er auch kein Geheimnis daraus machte, dass das Unternehmen mehr Fachkräftebedarf habe, als man durch Eigengewächse decken kann.

Wer sich mal einen kurzen Überblick über die Metallverarbeitung in Seehausen machen will: Graepel hat jetzt einen neuen Imagefilm drehen lassen, der im Internet abgerufen werden kann.