Seehausen l Die Ortsrundgänge mit Planern, Kommunalpolitikern, Verwaltungsleuten und Anwohnern, die dazu dienten, sich vor Ort Eindrücke über das Große und Ganze zu machen, sind Geschichte. Jetzt geht es bei der Zuarbeitet zum Integrierten Gemeinde-Entwicklungs-Konzept (IGEK) zumindest bei der Themenstruktur deutlich kleinteiliger in Arbeitskreisen weiter. So wie dieser Tage im Rathaussaal, als das Ehrenamt (Feuerwehren tagten später gesondert) und damit auch alle möglichen Vereine und Freizeitstätten im Fokus standen. Die Resonanz bei den organisierten Sportlern, Kulturschaffenden oder Förderern des Dorflebens erschien mit knapp 20 Vertretern aus allen fünf Mitgliedsgemeinden auf den ersten Blick etwas verhalten. Aber die meisten Gäste, unter die sich auch ein paar Bürgermeister gemischt hatten, waren in Doppel- oder sogar Dreifachfunktion als sogenannte Multiplikatoren der Einladung gefolgt.

Die Federführung übernahmen auch in dieser Runde Mario Kremling und Katja Mengewein von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK), die für das IGEK insgesamt anderthalb Jahre Zeit hat und bereits einschlägige Erfahrungen mit vielen anderen Kommunen im Land vorweisen kann.

Nach einem ruhigem Start bewiesen die Gäste, dass mitunter belächelte Arbeitskreise durchaus ein nützliches Ins-trument sind, um in dem Fall Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen von Einrichtungen wie überdachten und offenen Sportstätten, Spielplätzen oder Dorfgemeinschaftshäusern aufzuzeigen, die von den Aufsichtsbehörden meist als freiwillige Aufgaben eingestuft und in Zeiten der Haushaltskonsolidierung gern dem Rotstift zum Fraß vorgeworfen werden sollen, die für das öffentliche Leben vor Ort aber oft eine tragende Säule sind.

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Kein Fördertopf

Bei der Gelegenheit wurde auch deutlich, wie weit Anspruch und Wirklichkeit bei Fördermittel- und Gesetzgebern auseinanderklaffen, wenn für eine sanierungsbedürftige Sporthalle zum Beispiel kein passender Fördertopf aufzutreiben ist, nur weil dort kein Punktspielbetrieb stattfindet, die Einrichtung im Sinn der klassischen Daseinsvorsorge aber regelmäßig von der örtlichen Kindertagesstätte, von der Jugend für die Freizeitgestaltung oder von gesundheitsbewussten Senioren für Gymnastik ausgelastet wird und obendrein für den Hochwasserfall als Evakuierungslager ausgewiesen ist. Was für Haushaltswächter eine vermeintliche Schwäche ist, wird an der Basis dann vielmehr als Stärke wahrgenommen.

Die Seehäuser, die das IGEK ernst nehmen, werden sicher hoffen, das es das Land auch tut und später im Papier nicht den Teil zu den schwer erfülbaren Vorgaben überliest, die das Leben in einer dünnbesiedelten Region ausbremsen und so den Bevölkerungsrückgang zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung machen.

Am Rande der Sitzung wies Wirtschaftsförderin Lisa Weigelt darauf hin, dass die IGEK-Fragebogen-Aktion in die Verlängerung geht und die Bürger aufgefordert sind, sich freiwillig und anonym in die Stärken-Schwächen-Analyse einzubringen. Der zweiseitige Fragebogen ist überschaubar vom Umfang, motiviert über die Heimat nachzudenken und kann im Internet auf den Seiten der Verbandsgemeinde Seehausen samt begleitenden Hinweisen abgerufen werden.