Seehausen l Während die große Bundes- und Landespolitik am Montagvormittag im Landkreis Börde ein neues Teilstück der A 14 für den öffentlichen Verkehr bis zur Abfahrt Tangerhütte freigab, berieten Kommunalpolitiker im Norden des Landkreises Stendal am Abend darüber, wie sie schon jetzt Werbung für das künftige Industriegebiet an der Bundesfernstraße bei Seehausen machen können.

Obwohl noch einiges an Wasser den Aland herunter fließen dürfte, bis die Autobahnverlängerung die Hansestadt wirklich tangiert, wird es Zeit, die virtuellen Pflöcke in die Erde zu rammen. Denn erstens schlafen alle anderen, die ein Stück vom erhofften wirtschaftlichen Aufschwung abhaben wollen, nicht. Außerdem ist das Projekt schon etwas länger in Arbeit (wir berichteten).

Nachdem die bürokratischen, planerischen und bautechnischen Hürden für zwei rund 4,5 mal 3,0 Meter große Werbetafeln, die an einem Mast neben der Bundesstraße angebracht werden sollen, genommen sind, einigten sich die Mitglieder aus dem Wirtschaftsförder-Ausschuss des Verbandsgemeinderates Seehausen in ihrer jüngsten Sitzung am Montagabend auf die Botschaft, die potenziellen Interessenten mit Hilfe einer einheimischen Werbeagentur vermittelt werden soll. Ein Aufruf, den Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) für einen eingängigen Werbespruch vor rund zwei Jahren gestartet hatte, war offensichtlich ohne nennenswerte Resonanz im Sand verlaufen. Da half es auch nicht, mit Jahreskarten für das Seehäuser Waldbad zu locken.

So sperrig die Tafeln sind, die östlich der Bundesstraße auf halber Stecke zwischen den Abfahrten Seehausen und Vielbaum montiert werden, so groß und einprägsam müssen auch die Schlagworte sein, um Investoren auf etwas aufmerksam zu machen, dass es bislang nicht gibt. Wichtig war den Ausschussmitgliedern um ihren Vorsitzenden Dirk John, dass eindeutig ein Industrie- und kein Gewerbegebiet entsteht, weil letzteres den Spielraum für anzusiedelnde Gewerke eingrenzen würde. Außerdem sollte klar sein, dass die Interessenten unmittelbar am Ort ihrer künftigen Investitionen vorbeifahren, wenn sie das Schild betrachten. Und mit Zahlen (Telefonnummern) wollten die Verantwortlichen auch nicht ablenken. Wer interessiert ist, muss sich auf den Seehäuser Internetseiten umsehen.

Der ursprünglich angedachte alte Strommast aus Beton, den die Verbandsgemeinde von einem Energieversorger erstehen wollte, ist wieder vom Tisch, weil dafür keine verlässliche statische Berechnung möglich ist, so Rüdiger Kloth. Die zwei Tafeln, die im 45-Grad-Winkel in beide Fahrtrichtungen zeigen sollen, stehen mit insgesamt 27 Quadratmetern Fläche für eine beachtliche Windlast. Letztere soll jetzt eine Stahlkonstruktion auffangen. Und das alles möglichst schnell, damit der Verkehr künftig an Seehausen nicht nur vorbeirollt.