Krumke l Viele Osterburger machen sich gern bei Sonnenschein auf den Weg zum Krumker Park. Dort angekommen, gibt es derzeit statt einer Schlitterrunde einen umgestürzten Baum zu sehen, der seine 200 Jahre Lebensdauer hinter sich hat. Ausgehaucht.

„Der Baum ist in der Sturmnacht am 27. Dezember umgekippt“, berichtet Stadtgärtner Norman Sengstock, der Ulf Garlipp seit Februar 2019 zur Seite steht. „Mein Bruder hat ihn am nächsten Morgen entdeckt, als er mit den Kindern durch den Park spazieren ging, und mir gleich Bescheid gesagt. Ich habe noch am selben Tag mit Flatterband abgesichert.“ Die Ursachen liegen für ihn klar auf der Hand: „Die Wurzeln ragen wegen des Wassers nicht in die Tiefe und konnten keinen Halt geben. Dazu rankte Efeu die Eiche entlang, so dass der Südwind von der Biese schön angreifen konnte.“ Darüber informierte er auch Siegfried Bartels, der im Osterburger Verwaltungsgebäude für das Grünflächenmanagement der Einheitsgemeinde verantwortlich zeichnet.

Es ist nicht der erste Riese, der aus der Eichenreihe herausfällt. Vor vier Jahren hatten Nutria einen eben solchen Koloss unterhöhlt und ihn zu Fall gebracht, weiß der gebürtige Krumker zu berichten. Zudem „mussten wir im vergangenen Herbst etliche fällen, – natürlich mit dem Bauamt abgesprochen – , weil die Sommer einfach zu trocken sind und die Bäume morsch werden. Alle haben zu kämpfen.“

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Mit seinen Kollegen hatte er die Jungbäume der grünen Gruppe an den Seggewiesen im vergangenen Jahr nach dem Angießen betreut. (Volksstimme berichtete) Baumpaten können bei jungen Trieben mithelfen, aber bei den jahrhundertealten Riesen stehen die Chancen aufgrund der Wetterlage einfach schlecht. „Der Baum braucht mehrere hundert Liter, die er speichern kann. Immer ein bisschen nutzt da gar nichts“, spricht der Kenner.

Bevor der umgestürzte Baumriese aus dem Wasser geborgen und entsorgt wird, „warten wir erst einmal ab, wie sich das Wetter entwickelt. Wir müssen sehen, wann wir das Wasser ablassen können. Durch die Wasserbohlen zur Biese können wir die gewünschte Wasserhöhe regulieren“, so Sengstocks Plan. Mit großer Technik, Seilwinde und Traktor und seinen Kollegen Ulf Garlipp, Uwe Müller und Heinz Lehmann will er das Problem angehen, wenn ein längerer frostfreier Zeitraum zu erwarten ist. „Ein Tag wird nicht reichen. Man braucht vier Leute und mindestens drei Tage“, weiß er aus Erfahrung. Dann fahren sie mit dem Boot zur Krone, die mit Kettensägen gekürzt und abgetragen wird. Der Stamm muss anschließend mit einem Bagger aus dem Wasser an Land gezogen werden. Mit einem Durchmesser von gut 1,20 Meter kein leichtes Unterfangen.

Es gebe noch einen weiteren Faktor, den es zu berücksichtigen gilt: „Unterirdisch bietet der Teich Lebensraum für viele Tiere, die jetzt in Winterstarre sind und durch das Ablassen des Wassers gestört werden. Wir wollen die Fische schließlich nicht durcheinander bringen. Also müssen wir noch warten“, erklärte Norman Sengstock .