Aland l Ein vorsichtiges Aufatmen dürfte sich in den Reihen des Gememeinderates Aland und bei Bürgermeister Hans-Joachim Hildebrandt breitmachen. Der schon so lange geplante Ersatzneubau für die Brücke über den Aland bei Pollitz hat eine wichtige Hürde genommen. Der neue Zuwendungsbescheid ist zum Ende 2018 bei der Kommune eingegangen.

Das verkündete der Seehäuser Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth beim Neujahrsempfang mit Blick auf Bauvorhaben, die noch über das Hochwasserschadensbeseitigungsprogramm realisiert werden sollen. Die Fußgängerbrücke ist in dem Programm durchaus eine Hausnummer, die selbst in den ersten Planungen mit fast sechsstelligen Kosten zu Buche schlug.

Der alte Holzbau ist mittlerweile in einem desolaten Zustand und soll durch eine Betonkonstruktion ersetzt werden, die künftigen Hochwassern mehr entgegenzusetzen hat und ohne Stützpfeiler im Flussbett auskommt, an denen sich Schnitt- und sonstiges Treibgut oder im Winter auch Eisschollen mit schwer vorhersehbaren Folgen stauen können. Eigentlich hätte die Flussquerung, an der sich drei touristisch bedeutende Radwege (Altmark-Rundkurs, Elberadweg sowie Milde-Biese-Aland-Weg) kreuzen, längst fertiggestellt sein sollen.

Kritiker hatten statt Beton den Verbau von Holz gefordert und mit ihrer Wortmeldung dafür gesorgt, dass die Fördermittelgeber das Projekt noch einmal auf den Prüfstand stellten. Nach der überarbeiteten Planung ändert sich an der Grundkonstruktion nichts. Aber das Geländer und der Fußbodenbelag sollen jetzt mit Holz versehen werden.

Einen praktischen Nutzen hat das ganze nicht. Der Holzverbau sorgt aber für etwa 25 Prozent Mehrkosten und für Verzögerungen. Baubetriebe sind derzeit zudem gut ausgelastet, was sich bei den Terminen ebenso wie bei den Preisen bemerkbar macht. Dass die Zuschüsse bei 100-prozentiger Förderung angepasst wurden, ist deshalb nur die halbe Miete, weil niemand weiß, wo die Preise in den kommenden Wochen hingehen. Außerdem hinkt die Gemeinde ihrem schon nachgebesserten Zeitplan wieder weit hinterher. Eigentlich hätte die Baustelle schon im Herbst eingerichtet sein sollen. Im Frühjahr sollte der Beton zum Aushärten verbaut sein. Inzwischen dürfte fraglich sein, ob die Brücke in diesem Jahr überhaupt noch fertigzustellen ist.