Landtagswahl 2021

Bildung: Juliane Kleemann (SPD) will, dass Kinder möglichst lange gemeinsam lernen

Juliane Kleemann (51) aus Krumke bewirbt sich am 6. Juni als SPD-Kandidatin für das Direktmandat im Wahlkreis 3 (Osterburg-Havelberg).

Von Nico Maß
Juliane Kleemann ist gerade nach Krumke umgezogen, ihre politische Heimat bleibt der Stendaler SPD-Ortsverein.
Juliane Kleemann ist gerade nach Krumke umgezogen, ihre politische Heimat bleibt der Stendaler SPD-Ortsverein. Foto: Nico Maß

Krumke - Das Namensschild am Eingangstor hat dort noch nicht lange seinen Platz. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Stendaler Superintendenten Michael Kleemann, und den beiden Hovawart-Hunden Ida und Quarto ist Juliane Kleemann (51) erst im Februar dieses Jahres von Stendal nach Krumke umgezogen. Das mit dem neuen Zuhause vor den Toren von Osterburg habe sich glücklich gefügt, erzählt die theologische Mitarbeiterin, die zur Zeit im Homeoffice arbeitet. Sie fühle sich in dem Dorf wohl, Krumke sei eine schöne Entdeckung.

Kein „Erweckungserlebnis“

Politische Heimat bleibt für Juliane Kleemann der Stendaler SPD-Ortsverein. Dort ist die gebürtige Sangerhäuserin, die in einer SPD-nahen Familie aufgewachsen ist und seit 2005 in Stendal wohnte, 2014 in die Partei eingetreten. Nicht aus einem „Erweckungserlebnis“ heraus, „so etwas gab es bei mir nicht", sagt sie schmunzelnd. Vielmehr habe die Entscheidung für die Mitgliedschaft am Ende eines „schleichenden Prozesses“ gestanden. Weil sie dabei mithelfen möchte, dass Menschen, die nun mal alle unterschiedlich seien, in einer Gesellschaft friedlich miteinander auskommen.

2019 wurde Juliane Kleemann in den Kreistag gewählt, im März 2020 übernahm sie dort den Fraktionsvorsitz. Gemeinsam mit dem Co-Vorsitzenden Andreas Schmidt führt sie zudem seit Anfang 2020 die Landespartei an. Nun will Juliane Kleemann in den Landtag einziehen. Und hat dabei unter anderem die Bildungspolitik im Blick. Sie sei kein Fan von einer zu frühen Separierung der Kinder, plädiert sie für den Ausbau der Modelle mit längerem gemeinsamen Lernen wie Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen. Egal ob Lerntalente oder Mädchen und Jungen mit ausgeprägteren handwerklichen Fähigkeiten: Vom längeren gemeinsamen Lernen habe jeder etwas, sagt sie. Wichtig ist ihr zudem, dass nach der Corona-Pandemie nicht gespart, sondern vielmehr investiert wird. „Wie kommt sonst die Wertschöpfung in Gang?“

Investitionen seien unter anderem in die Infrastruktur nötig. Das betreffe auch Verkehrswege. Der Bau der A 14 sei zu Ende zu bringen, „das allein kann es aber nicht sein“. So steht die Frage, wie Straßen, Wege und Schienen entwickelt werden könnten, seien marode Verbindungen zu erneuern. Juliane Kleemann ist für den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs. Dabei könne man auch auf Lösungen zurückgreifen, „die andere bereits gefunden haben“. Bus und Bahn müssten attraktiver werden, selbst wenn man dafür Zeit und einen langen Atem benötigt.

Juliane Kleemann hält es ebenso für nötig, die Finanzausstattung der Städte und Gemeinden zu verbessern, damit nicht alle freiwilligen Aufgaben Sparzwängen zum Opfer fallen. Sie begrüßt, dass der Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz auf ein Entschuldungsprogramm für finanzschwache Kommunen dringe. Das könne „unseren Gemeinden Luft zum Atmen verschaffen“.

Mehr Leben in die Dörfer

Und wie sieht der Wahlkreis in fünf Jahren aus? Sämtliche Schulen, auch die kleineren, sollte es dann auf jeden Fall noch geben, macht sie deutlich. Juliane Kleemann wünscht sich für die Städte aber insbesondere auch die Dörfer, „mehr Lebendigkeit und dass die Orte so etwas wie einen Aufschwung erleben“. Sie möchte mehr Busse auf den Straßen mit mehr Passagieren auf den Sitzen sehen. Und mehr Bürgerbeteiligung. Kommunen und Politik sollten die Bürger besser informieren und sie intensiver in die Prozesse oder Projekte vor ihrer Haustür einbeziehen, hofft die Landtagskandidatin auf neue Streit- und Diskussionsräume in den Städten und Gemeinden.