Osterburg l Mit einem Jubiläums­konzert spielten sich die Osterburger Blasmusikanten im November 2019 noch einmal ins Scheinwerferlicht, sechs Monate später „ist das Vereinsleben auf Null“, zieht Rüdiger Mallohn. „Corona“, fügt der Vereinschef erklärend hinzu. Im Januar sei noch der gewohnte wöchentliche Probebetrieb angelaufen, „aber Mitte März war dann aufgrund der Einschränkungen im Zuge der Pandemie Schluss. Wir mussten unsere Instrumente beiseite legen“, blickt der stellvertretende Vorsitzende und Musikalische Leiter Jürgen Emanuel zurück. „Natürlich sind wir den Verordnungen des Landes gefolgt“, geschmerzt habe das Aus aber natürlich trotzdem, sind sich Mallohn und Emanuel einig. Und auch zwei Monate nach Beginn der Einschränkungen ist die Re-Start-Taste für die Musiker noch ganz weit weg.

„Gemeinsam proben und untereinander auf den Mindestabstand von 1,50 Meter achten, wie soll das funktionieren?“, sagt der Vereinschef. Das Licht im Proberaum bleibt aus – in der Öffentlichkeit lassen die Blasmusikanten schon gar nicht von sich hören. Geburtstagsständchen, Festauftritte, Maikonzerte, ein Gastspiel im litauischen Partnerkreis des Landkreises Stendal, Corona habe allem den Garaus bereitet. „Am 4. April wären wir in die neue Konzertsaison gestartet und jetzt eigentlich mittendrin“, schaut Mallohn bedauernd auf die durchgekreuzte Planung. Die Hoffnung, wenigstens am Ende des ersten Halbjahres auf irgendeiner Bühne zu stehen, haben der Vereinschef und sein Stellvertreter längst begraben. Mögliche Auftrittstermine sind nicht in Sicht, „zudem fehlt es uns an den nötigen Proben“, begründet Emanuel. Nicht vordergründig aufgrund notentechnischer Details, „wir müssen uns bei den Proben vielmehr den Ansatz erarbeiten, den man zum Blasen der Instrumente braucht. Durch regelmäßiges Üben prägt sich der Mund so aus, dass er vernünftig an das Instrument ansetzt. Die Proben sind deshalb auch als Training der Lippen- und Mundmuskel wichtig“, erklärt der Musikalische Leiter.

Das erste Halbjahr ist faktisch abgehakt, für die zweite Saisonhälfte halten die Osterburger Blasmusikanten aber noch das Prinzip Hoffnung hoch. Vom Spätsommer und über den Herbst stehen für die Gruppe üblicherweise diverse Dorf- und Oktoberfeste im Kalender. Weil vom Termin her noch weit weg, sind bislang nur wenige Auftritte abgesagt. „Es wäre schön, wenn der Verlauf der Pandemie bis dahin Lockerungen zulässt, dass zumindest kleinere Feste wieder möglich sind“, blickt Rüdiger Mallohn auf die zweite Jahreshälfte. Spätestens dann wieder proben und auftreten zu können, wünscht sich der Vereinsvorsitzende. „Wir spielen gemeinsam Musik, weil wir Spaß daran haben. Und der fehlt uns sehr“, begründet Mallohn.

Bilder

Ebenso die gesellige Gemeinschaft innerhalb des Vereins, in die auch Eheleute oder Lebenspartner der Musiker einbezogen würden. „Vereinsleben ist für uns keine leere Worthülse“, betont er. Das Klima unter den Blasmusikanten stimme, im Vorjahr habe man sich zudem über drei neue Mitglieder freuen können, zeigt Mallohn gute Aussichten auf, nach der Corona-Krise oder weiteren Lockerungen wieder loszulegen.

Allerdings kündige sich für den Jahreswechsel ein Abgang an, der die Blasmusikanten empfindlich trifft. „Unser Tubist Ralf Zimmermann steigt dann aus“, sagt der Vereinsvorsitzende. Dies sei für die Blasmusikanten ein großes Problem, „weil wir keinen Ersatz haben, den wir einfach heranholen können“, begründet er. Die personelle Lücke für Veranstaltungen durch Gastmusiker auszufüllen, sei auch keine Lösung auf Dauer. „Denn Gastmusiker kosten natürlich Geld, sie wollen für ihre Auftritte bezahlt werden.“ Dies könnte die Vereinsfinanzen strapazieren, „wenn man vor allem auch im Blick hat, dass wir seit jeher moderate Gagen aushandeln. Weil es uns eben sehr wichtig ist, die Leute mit unserer Musik zu erreichen“, begründet Rüdiger Mallohn. Wie sein Stellvertreter Jürgen Emanuel und die weiteren Blasmusikanten würde sich der Vereinsvorsitzende sehr über einen neuen Stammspieler an der Tuba freuen. „Wer Interesse hat, kann gern Kontakt zu mir aufnehmen.“

 

Mehr Infos gibt‘s unter www.osterburger-blasmusikanten.de