Beuster l Dass nach dem sogenannten Shutdown in den vergangenen Tagen und ganz besonders am Wochenende wieder hunderte Besucher nach Beuster pilgerten, macht den Blaulicht-Freunden um ihren Vorsitzenden Ralf von Hagen nicht nur Mut, sondern sorgte auch für Einnahmen, die für den Betrieb der Anlage oder für das Beschaffen „neuer“ Ausstellungsstücke sowie deren Aufarbeitung beziehungsweise Konservierung dringend nötigt sind.

Weil das Geld knapp ist, die Vorbereitungszeit für die abgespeckten Museumstage als Ersatz für die traditionelle Museumswoche sehr kurz war und das zu erarbeitende Hygiene­konzept neben der allgemeinen Organisation im Vorfeld und bei der Veranstaltung selbst viel Kraft kostete, konnte in diesem Jahr niemand mit dem vollen Programm rechnen. 35 Vereinsmitglieder und Helfer waren zu Hochzeiten in Aktion, um die Besucherströme in Hallen, Garagen und auf dem Außengelände corona-gerecht zu steuern, für Hygiene zu sorgen und die Versorgung bis auf wenige Ausnahmen in Eigenregie zu stemmen, weil für den Verein derzeit jeder Cent zum Überleben benötigt wird. Eine der wenigen Ausnahmen war der Deichbäcker. Olaf Buchholz und Familie waren zwar schon in Urlaubslaune, heizten aber wie gehabt den Steinbackofen des Museums an. Und spendierten die erste Ladung Brot solidarisch für die Vereinskasse. Die große Resonanz zeigte, dass die Leute nach den langen Kontakteinschränkungen ausgehungert nach derartigen Ereignissen sind und sich auch mit weniger zufrieden geben. Wobei das Weniger eigentlich nicht spürbar war.

Nachdem die Beusteraner gehandicapt viele Teile der in Wittenberge stehenden Sammlung nicht nach Beuster umsetzen konnten, füllten Oldtimer-Freunde aus Perleberg, Meyenburg und andere die Lücken, so dass das Ausstellungsangebot gewohnt groß anmutete und der Platz für die Feldbahn auf dem Freigelände am Burggraben fast schon etwas knapp wurde.

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Neben den bekannten Ausstellungsstücken waren auch frisch beschaffte Fahrzeuge wie ein alter Polizei-Opel (Baujahr 1934) oder eine mobile Raketenrampe der sowjetischen Armee vom Typ SIL 135 zusehen. Letztere ebenso in Aktion wie die beiden Großtanklöschfahrzeuge des Vereins und der Perleberger Feuerwehr. Für den Show-Teil improvisierten die Gastgeber eine Verkehrskontrolle, wie sie zu DDR-Zeiten ausgesehen haben könnte. Nur dass es damals wohl meistens weit weniger unterhaltsam zuging. Einen besonders fachkundigen Zaungast hatten die Technik-Freund im ersten Beigeordneten des Landrates. Sebastian Stoll ist beim Landkreis Stendal noch für das Ordnungsamt und damit unter anderem eben auch für alles mit Blaulicht zuständig. Für ihn war der Abstecher eine Herzensangelegenheit.