Arneburg l „Es muss etwas passieren“, hofft Andy Wichmann auf das schnelle Ergreifen des oder der Täter. Er ist sich „zu 100 Prozent sicher“, dass es sich bei den Bränden am Wochenende in Altenzaun und Arneburg um einen aus der Region stammenden Feuerteufel handelt. Der Unternehmer lobt eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise aus, die zur Aufklärung der Straftaten führen.

Nachdem die Feuerwehren in der Nacht zum Sonnabend die über 100 in Brand geratenen Strohballen an einer alten Stallanlage bei Altenzaun bekämpften, weckte sie die Sirene keine 24 Stunden später erneut. Die Kameraden eilten in der Nacht zum Sonntag zum Einsatz in den Arneburger Mühlenweg. Die Sirene machte natürlich auch die Einwohner wach. Andy Wichmann, der auf dem Markt in der Elbestadt wohnt und damit in Nachbarschaft der Sirenen-Anlage, kam dort der Gedanke, die Einwohner zu sensibilisieren, möglichst wachsam zu sein. Er spendiert 500 Euro für sachdienliche Hinweise, die der Polizei gemeldet werden sollten. Mit seiner Belohnung hofft er auch auf Nachahmer. „Vielleicht kann ich damit auch ein paar Leute animieren. Je höher die Summe ist, desto größer wird der Druck auf den Täter“, schätzt der 40-Jährige ein.

Schließlich wurden die Feuerwehren auch in der Nacht zum Montag alarmiert: Im Arneburger Mühlenberg geriet ein leerstehender Stall in Brand. 45 Kameraden, wie in den beiden vorangegangenen Tagen aus Arneburg, Hohenberg-Krusemark und aus Schwarzholz, löschten den Brand des Hintertores, eines Dachbinders sowie einer circa 20 Quadratmeter großen Deckenverkleidung. Während natürlich die Feuerwehr-Mitglieder in erster Linie gefordert sind, wächst auch in der Bevölkerung die Sorge nach weiteren Bränden. „Bislang sind es nur leerstehende Gebäude“, ist auch Andy Wichmann, der ein Tischler-Unternehmen im Industrie- und Gewerbepark führt, beunruhigt.

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Zudem sei er durch den Alarm in der Nacht am Morgen „wie gerädert“, da Schlaf fehle. So würde es auch anderen Arneburgern ergehen. Drei Nachteinsätze in Folge – „das ist nicht normal“, betont Wichmann, der sich sicher ist, dass die Feuer „sich nicht von allein entzündet haben“. Die Brandorte wurden beschlagnahmt, eine Brandursachenermittlung in allen drei Fällen von der Polizei eingeleitet.

Verbandsgemeinde-Bürgermeister René Schernikau nutzte die Verbandsgemeinderatssitzung am Montagabend in der Arneburger Stadthalle, um sich bei den Einsatzkräften zu bedanken. Er bot seine Unterstützung an: Er fragte bei Arneburgs Wehrleiter Ronny Hertel an, ob der Alarmierungsplan angepasst und gegebenenfalls geändert werden sollte. Im Falle eines Brandes würden dann nicht Schwarzholz und Hohenberg-Krusemark, sondern beispielsweise Lindtorf, Hassel und Sanne alarmiert werden. Ein Ersatz der Arneburger Feuerwehr sei nicht möglich. Allerdings wird zunächst keine Anpassung vorgenommen. „Wir sind in unserem Ausrückebereich ein eingeschweißtes Team“, lobt Ronny Hertel das Zusammenspiel des Feuerwehr-Trios. Wenn größere Feuer zu bekämpfen sind, „bauen wir natürlich auf die Unterstützung der Feuerwehren aus den Nachbarorten“, sagt der Einsatzleiter, der bisher keine fehlende Motivation bei „seinen“ Kameradinnen und Kameraden feststellte.

Falls Bürger die Aktion von Andy Wichmann unterstützen wollen und zu der ausgelobten Summe von 500 Euro noch etwas „draufpacken“ möchten, können sich diese gern mit ihm in Verbindung setzen. Die Volksstimme-Redaktion ist in diesem Fall auch gern als Vermittler tätig.