Seehausen l „Ich bin platt, aber froh“, sprudelte es aus dem designierten Bürgermeister der Verbandsgemeinde Seehausen, Rüdiger Kloth (CDU), kurz nach der Bekanntgabe des vorläufigen, amtlichen Endergebnisses über die Stichwahl am Sonntagabend heraus. Nach einer rekordverdächtig schnellen Stimmenauszählung knallten da eine halbe Stunde später im benachbarten Restaurant „Alanda“ bei der Wahlparty schon die Sektkorken, während im Rathaus noch die Technik der öffentlichen Ergebnispräsentation abgebaut wurde.

Nachdem der Wahlsieger im Rathaus viele Glückwünsche entgegengenommen hatte, ergriff er im „Alanda“ das Wort, um sich bei vielen Unterstützern zu bedanken. An erster Stelle bei seiner Frau Franka, die in den vergangen Wochen öfter mal zurückstecken musste, viele Abende allein verbrachte, aber auch seine schärfste Kritikerin gewesen sei, so Kloth. Der Kampf um den Bürgermeisterstuhl ist an dem Aulosener nicht spurlos vorübergegangen. Aber auch da wird seine Frau in den kommenden Wochen darauf achten, dass er wieder ein paar Pfunde zulegt.

An zweiter Stelle kamen seine Parteifreunde aus den Reihen der CDU, die ihn beim Plakatieren, beim Verteilen von Flyern, der Termin-Koordination und anderem mehr unterstützt hatten. In dem Zusammenhang hob er die Wirkung der Mundpropaganda hervor, die abseits offizieller Termine und unermüdlich in vielen Einzelgesprächen gelaufen sei.

Auch wenn er die Stichwahl mit 64,2 Prozent deutlich für sich entschied, ist Rüdiger Kloth noch nicht Bürgermeister. Nachdem der Wahlausschuss am Montag über die Gültigkeit der Wahl entschied, gilt es noch, die obligatorische Einspruchsfrist von 14 Tagen abzuwarten. Erst mit der Ernennungsurkunde in der Hand (de facto sein Arbeitsvertrag für die kommenden sieben Jahre) kann Kloth bei seinem jetzigen Arbeitgeber kündigen. Aber auch das wird so nicht geschehen. Denn aufgrund seines derzeitigen Vertrages und seiner Dienstjahre würde er dann vermutlich erst Ende Oktober zur Verfügung stehen können. Ein Planspiel, das den amtierenden Verbandsgemeinde-Bürgermeister Guido Mertens nicht wirklich belustigte. Aber der Aulosener hat auch da längst die entsprechenden Weichen ge- und Einvernehmen hergestellt. Es wird auf einen Aufhebungsvertrag im beiderseitigen Wohlwollen mit der Gesellschaft für Nuklear-Service im niedersächsischen Gorleben hinauslaufen, so dass Rüdiger Kloth wahrscheinlich schon Anfang Mai im Rathaus Amt und Würden ist. Nachdem er sich jetzt erst einmal ganz kurz Urlaub gönnte, beschäftigt er sich geistig schon mit der Übergabe in seiner Abteilung und seinem Abschied als Betriebsratsvorsitzender.