Werben l Die exponierte Lage nahe der Salzkirche hat den Ausschlag für die Wahl ihres Hauses gegeben. Ein Häuschen, das ein „Pflegefall“ war, wie es Ute Siedenhans bezeichnete. Sie und ihr Mann Johannes Zeilinger ließen sich vom Zustand der Immobilie nicht entmutigen und zeigten zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag Werbenern und Gästen die neu restaurierten Räume des Gebäudes an der Promenade 1.

Werbens Bürgermeister Bernd Schulze und Jochen Hufschmidt, Vorsitzender des Arbeitskreises Werbener Altstadt (AWA), loben so viel Engagement. Viele sanierungsbedürftige Gebäude wurden in den vergangenen Jahren von neuen Eigentümern mit viel Herzblut saniert. Allerdings gibt es noch viel zu tun, wissen die Verantwortlichen. Ziel ist es, weitere Häuser im Elbstädtchen zu restaurieren und damit zu erhalten.

Auch Verbandsgemeinde-Bürgermeister René Schernikau nahm die Gelegenheit wahr, den Rückzugsort der Familie Siedenhans/Zeilinger, die in Berlin beheimatet ist, zu besichtigen. In den unteren Räumen dokumentierten Fotos den Wandel des Hauses, die Künstlerin Anja Rose präsentierte zudem Reise-Fotos. Die Gastgeber können sich die untere Etage auch künftig als einen Ort für Ausstellungen vorstellen. Schernikau weiß, dass der Tag des offenen Denkmals in Werben regelrecht zelebriert wird. Neben St. Johannis, Salzkirche, Alte Schule, Romanisches Haus und Elbtor gaben 15 Privatfamilien Einblicke in ihr Zuhause. „Es ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern auch ein Blick in die Zukunft.“ Damit sprach Schernikau das Bauen beispielsweise mit Lehm an. Diese ökologische Bauweise findet immer mehr Beachtung.

Bilder

Für Jochen Hufschmidt erzählen Denkmale Geschichten. Und getreu dem Motto des Denkmaltages „Entdecke was uns verbindet“, gingen viele Neugierige am Sonntag auf Entdeckungstour. Und so sahen die Gäste Häuser auch in den unterschiedlichsten Zuständen, einige sind sogar noch mitten in der Restaurierungsphase.

Das Gros der Arbeiten hat die Familie Lietz hinter sich. Ihr kleines Fachwerkhaus an der Fabianstraße 12 ist bereits liebevoll eingerichtet. „Es war ein Zufall, der uns nach Werben führte“, blickte Stefan Lietz zurück. 2011 war er zusammen mit seiner Ehefrau Astrid zum ersten Mal im Elbstädtchen. Auf der Suche nach einem Haus stieß der gebürtige Bremer im Internet auf eine Annonce – aufgegeben von einem potentiellen Verkäufer aus der Hansestadt Werben. Die für den 43-Jährigen völlig fremd war. Sie fuhren hin, ohne zuvor einen Termin gemacht zu haben, schauten sich das Fachwerkhaus von außen an. Und zufällig öffnete sich die Tür, erzählt Lietz. Dann ging alles recht schnell. Seit sieben Jahren werden die eigenen vier Wände Schritt für Schritt aufgewertet. Die Wahl-Berliner schätzen die Stille, die Landschaft und das Bauensemble der Stadt. Und konnten von Beginn an auf die Unterstützung der Kommune bauen. „Die Zusammenarbeit mit dem AWA und den Behörden lief sehr gut.“

Zum Denkmalstag gab es auch einige kulturelle Beiträge, die den Tag noch bereicherten. So sang beispielsweise der Seehäuser Männerchor unter Leitung von Sven Peuker im Rundfunk- und Fernsehmuseum bei Rüdiger Haase, zum Puppentheater für Kinder und Erwachsene lud Familie Gellerich ein.