Gladigau l Vor rund vier Jahren schloss der Gladigauer Dorfkonsum seine Tür. „Er hat sich für die Konsumgesellschaft schlicht und einfach nicht mehr gerechnet“, zeigt Matthias Müller Verständnis. .

Trotzdem vermisst der Bürgermeister das Geschäft, das nicht nur als Versorger eine Hauptrolle spielte, sondern für die Gladigauer und Einwohner aus der Nachbarschaft einen wichtigen Begegnungsort darstellte. Müller treibt deshalb die Idee um, das einstige Geschäft als Dorfladen wiederzueröffnen. „Vielleicht mit einem Sortiment von Grundnahrungsmitteln und in Kooperation mit lokalen Anbietern“, erzählt der Bürgermeister. Um das Projekt auf standsichere Füße zu stellen, sei zudem denkbar, weitere Angebote wie einen Paketdienst mit ins Boot zu holen. Und ebenso Räumlichkeiten für Dienstleistungen wie unter anderem Friseur, Physio- oder Ergotherapeuten vorzuhalten

Vorsichtige Überlegungen wie diese, die Matthias Müller im Zusammenspiel mit dem Hauptamt der Einheitsgemeinde anstellte, können nun im Rahmen einer Machbarkeitsstudie genauer untersucht werden. Dank einer Zuwendung aus dem Magdeburger Sozialministerium, die die Erarbeitung der Studie finanziert. „Diese Förderung gibt uns die Möglichkeit, für die Erarbeitung des Leitfadens das fachliche Know-how eines externen Beraters einkaufen zu können“, freut sich der Gladigauer Ortsbürgermeister.

Das gilt im Übrigen nicht nur für den möglichen Dorfladen. Denn der externe Berater soll sich auch dem Mehrgenerationen­haus „Alte Schule“ widmen. Und ausloten, wie dieser Begegnungsort weiter mit Leben gefüllt werden kann. Als wesentliches Element dafür haben Ortschaft und Einheitsgemeinde schon seit längerem die Einrichtung eines Praxiszimmers im Blick, in dem Allgemeinmediziner oder auch Fachärzte in regelmäßigen Abständen Sprechstunden für Einwohner aus Gladigau und Umgebung anbieten. Der Berater soll nun konkret prüfen, wer sich mit welchen Angeboten in das Praxiszimmer-Projekt einbringen könnte.

Wen die Einheitsgemeinde mit dieser Aufgabe und letzten Endes mit der Erstellung der Machbarkeitsstudie betraut, steht aktuell noch nicht fest. Es ist daran gedacht, den mit insgesamt 10.000 Euro untersetzten Auftrag im März zu vergeben. Läuft dann alles nach Plan, könnte die Studie zum Ende des Jahres vorliegen. Über die mögliche Umsetzung sollen der Ortschaftsrat Gladigau und der Stadtrat der Einheitsgemeinde dann gemeinsam entscheiden.