Gladigau l „15 Jahre – wie die Zeit vergeht und woran man sich erinnert, wenn man die alten Bilder sieht, die im Saal hängen“, sagte Norbert Lazay, Regisseur und im Ensemble für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, am Dienstag während eines Pressegesprächs.

2002 war das Dorftheater unter dem Dach des Altmärkischen Heimatbundes von sieben Gründern aus der Taufe gehoben worden. Mit dem Stück von „Tante Adelheid“ nahm die Erfolgsgeschichte des Laientheaters ein Jahr später seinen Anfang.

„Wir spielen nur ,up platt‘ und suchen uns die Stücke dementsprechend aus“, sagte Bannehr, und Lazay ergänzte: „Es wird von Jahr zu Jahr schwerer, ein für uns geeignetes zu finden. Wir wollten zum Beispiel jetzt vom Bühnenbild Wohnzimmer abkommen. ,Raphael‘ ist im Gerichtssaal um 1920 angesiedelt. Es gibt acht Mitwirkende, wobei zwei noch nicht lange spielen und weitere zwei, André Grothe und Bernd Zimmermann, absolute Neulinge sind. Durch das ganze turbulente Stück zieht sich ein Geheimnis, das erst in der letzten Minute mit überraschendem Schluss gelüftet wird. Wir freuen uns auf dieses Stück.“

„Die Proben beginnen immer im Herbst und die Aufführungen im Frühjahr“, bemerkte Bannehr. „Zur ersten Probe des jetzigen auch eineinhalb Stunden dauernden Stückes sind wir schon am 29. August zusammengekommen“. Geprobt werde in der ehemaligen Schule, und Spielstätte ist wiederum der Saal des „Dörpschen Krug“ mit 90 Plätzen. Die Proben finden wöchentlich einmal statt und in der „heißen Phase“ eine Woche vor der Premiere, die jetzt für den 4. März angesetzt ist, täglich. „Mit 18 Vorstellungen ist unser Limit erreicht“, so der Intendant.

Neben der Schaupielerei ist das Dorftheater, einer der rührigsten Vereine im Ort, auch anderweitig tätig. Er organisiert zum Beispiel Busfahrten für seine Mitglieder, veranstaltet Grillabende, hatte anlässlich der 777-Jahrfeier einen eigenen Wagen im Festumzug, unterstützt den Weihnachtsmarkt sowie die von Ursula Müller geleitete Sommerschule der jungen Plattschnacker und spielt spezielle Stücke für Kinder.

Auf die Nachfrage, in welchem finanziellen Rahmen sich das jetzt 51 Mitglieder umfassende Ensemble bewege, hielt Schatzmeisterin Marita Roloff, die mit in der Runde saß, sich im Einzelnen bedeckt, gab aber zu verstehen, dass man sich im „unteren fünfstelligen Bereich“ aufhalte. „Wir finanzieren uns über den Eintrittskartenverkauf, mit Hilfe von 43 Sponsoren und dadurch, dass wir vieles selbst machen, was die Ausstattung und so weiter betrifft. Was wir an Ausrüstung besitzen, haben wir uns selbst erspielt“, warf Lazay ein. Und erklärte weiter: „In den norddeutschen Ländern, in denen Platt gesprochen wird, müssen laut eines EU-Kommissionsbeschlusses die damit befassten Theater erhalten bleiben. Wir fallen auch darunter.“ Sollte das Dorftheater mal in eine Schieflage geraten, genieße es sozusagen Bestandsschutz. In den 15 Spielzeiten besuchten 19 170 Zuschauer 213 Vorstellungen.In diesem Jahr hoffe man die 20 000-Marke zu knacken.

Der Eintrittspreis liegt weiterhin bei acht Euro pro Karte. 1700 Karten stehen für alle Vorstellungen zum Verkauf. Der Vorverkauf beginnt am 28. Januar um 8 Uhr im „Dörpschen Krug“. Um 7 Uhr ist Einlass. Er wird so geregelt, dass niemand schon um 4 Uhr vor der Tür stehen muss. „Nach unseren Erfahrungen“, so Bannehr, „sind die Karten für alle Vorstellungen gegen 11 bis 11.30  Uhr ausverkauft.