Osterburg l Was in der Bevölkerungsentwicklung für 2019 auffällt: Während die Kernstadt selbst für ihre Verhältnisse sehr moderate Verluste (-13) verzeichnete, müssen gleich mehrere Dörfer empfindliche Einbußen registrieren. Als trauriger Spitzenreiter zeigt sich Flessau, das Dorf verlor 2019 20 Einwohner und fand sich zum Anfang des neuen Jahres mit 393 Bürgern unter der 400-Einwohner-Schwelle wieder. Ähnlich spürbare Verluste mussten auch Meseberg (-12), Storbeck (-11) oder Krumke (-10) hinnehmen. Immerhin: Einige, wenige Dörfer können sich auch über Zuwächse freuen. Königsmark zählt jetzt 211 Einwohner und damit 13 mehr als zum Jahresanfang 2019, in Dequede stieg die Bevölkerungszahl von Januar bis Dezember um fünf Personen und damit auf jetzt 52 an. Düsedau (+3), Wollenrade (+2) sowie Zedau, Klein Ballerstedt, Wasmerslage und Schliecksdorf (alle +1) gewannen ebenfalls leicht hinzu.

Aufschluss geben die Zahlen aus dem Osterburger Rathaus im Übrigen auch über die in den Dörfern sowie in der Stadt lebenden Ausländer. Danach haben gegenwärtig 120 Ausländer ihren Hauptwohnsitz in der Einheitsgemeinde Osterburg. Auch diese Zahl weist ein kleines Plus auf. Am 31. Dezember 2018 hatte das Einwohnermeldeamt der Einheitsgemeinde Osterburg noch 109 Ausländer gezählt.

An der Gesamtentwicklung ändern diese Zahlen aber nichts. Mit einem Minus von 100 Einwohnern im Jahr 2019 setzt sich im Territorium der Einheitsgemeinde Osterburg der seit der politischen Wende und Wiedervereinigung andauernde Trend des stetigen Bevölkerungsrückganges fort. Immerhin hat sich die Negativentwicklung zuletzt abgeschwächt. Das wird auch bei den Zu- und Wegzügen deutlich. Zwar überwogen im Zeitraum von Januar bis Dezember die Wegzüge, das Ungleichgewicht fällt aber verhältnismäßig knapp aus So verabschiedeten sich 2019 insgesamt 328 Einwohner aus Osterburg und Umgebung, im gleichen Zeitraum meldeten sich aber immerhin 314 Menschen im Rathaus der Biesestadt an. Trotzdem wiegen die Verluste schwer, handelt es sich dabei doch häufig um jüngere Menschen, die die Region wegen eines Studiums, einer Lehre oder aus beruflichen Gründen verlassen.

Sterbefälle und Geburten

Unverändert breit klafft die Schere zwischen den Zahlen der Sterbefälle und Geburten auseinander. So registrierte das Osterburger Einwohnermeldeamt im vergangenen Jahr 155 Sterbefälle. Im gleichen Zeitraum wurden 66 Mädchen und Jungen geboren, die in der Einheitsgemeinde zu Hause sind. Und damit zwar vier als im Jahr zuvor (2018 hatten 62 Mädchen und Jungen das Licht der Welt erblickt), dennoch ist die Differenz zu den Sterbefällen beträchtlich.

Das ordnet auch Nico Schulz (Freie Wähler) so ein, dennoch sieht Osterburgs Bürgermeister auch Tendenzen, die Hoffnung machen, dass der Abwärtstrend in Sachen Einwohnerzahlen perspektivisch ein Ende findet. Eine dieser Tendenzen sei die gestiegene Zahl der Zuzüge, unter denen sich auch junge Familien befinden. „Das sehen wir beispielsweise an den hohen Belegungszahlen in unseren Kindereinrichtungen“, begründete er. Wachsende Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region, der bevorstehende Autobahnbau inklusive einem neuen Industrie- und Gewerbegebiet vor der Osterburger Haustür sowie nicht zuletzt die geplante Ausweisung neuer Wohngebiete lassen Schulz zudem zuversichtlich in die Zukunft blicken, dass sich die Einwohnerzahlen wieder erhöhen. „Meine Hoffnung ist, dass es doch irgendwann wieder über die 10.000 geht.“

Die Einwohnerzahlen:

Osterburg: 5759 (-13)
Dobbrun: 118 (-7)
Krumke: 153 (-10)
Zedau: 95 (+1)

Ballerstedt: 203 (-1)
Klein Ballerstedt: 46 (+1)

Düsedau: 188 (+3)
Calberwisch: 89 (-6)

Erxleben: 280 (-8)
Polkau: 95 (0)

Flessau: 393 (-20)
Natterheide: 86 (-5)
Rönnebeck: 86 (-1)
Storbeck: 143 (-11)
Wollenrade: 64 (+2)

Gladigau: 190 (-4)
Schmersau: 74 (-2)
Orpensdorf: 43 (0)

Königsmark: 211 (+13)
Rengerslage: 73 (- 5)
Wasmerslage: 30 (+1)
Wolterslage: 54 (-1)

Krevese: 249 (-4)
Dequede: 52 (+5)
Polkern: 128 (-1)
Röthenberg: 22 (-3)

Meseberg: 293 (-12)

Rossau: 332 (-5)
Schliecksdorf: 21 (+1)

Walsleben: 346 (-8)
Uchtenhagen: 16 (0) 

Einheitsgemeinde Osterburg: 9932. Damit verlor die Hansestadt im Jahr 2019 insgesamt 100 Einwohner.