Auto übergeben

Elektro-Mobilität: Mercer Stendal bringt in Arneburg eigenen „Holz-Strom“ auf die Straße

Mercer Stendal produziert im Zellstoffwerk Arneburg pro Tag zirka 127500 Kilowattstunden Bio-Strom. Zum Eigenverbrauch, für das öffentliche Netz. Und jetzt auch für die eigene und die Mobilität der Mitarbeiter.

Von Karina Hoppe
Anne Isensee (von links) und Christian Zierau übergeben den neuen Volkswagen ID.3 an Mercer-Chef André Listemann.
Anne Isensee (von links) und Christian Zierau übergeben den neuen Volkswagen ID.3 an Mercer-Chef André Listemann. Foto: Stefan Rühling

Arneburg - Geschäftsführer André Listemann übernahm das Elektro-Auto (Modells ID.3) aus den Händen von Anne Isensee, Volkswagen-Verkaufsleiterin im Stendaler Autohaus Rosier. Angetrieben von grünem Strom aus Arneburg werde das Gefährt künftig die Firmenflotte von Mercer Stendal ergänzen. „Mit der Übernahme dieses Fahrzeugs setzen wir unseren im Vorjahr eingeschlagenen Weg der Elektro-Mobilität fort“, erklärte Listemann. Gemeint sei, dass Mercer bereits im Herbst 2020 die nötige Infrastruktur dafür geschaffen hat, Elektro-Fahrzeuge auf dem Werksgelände zu laden. „Das Angebot wurde so gut angenommen, dass wir eine zweite Ladestation installiert haben.“

18 Autos gleichzeitig an die Ladestation

Das Unternehmen unterstütze den Einstieg in die E-Mobilität mit aktuell günstigen Preisen. „Sollte der Energiebedarf für diese Autos an unserem Standort weiter so steigen, ist eine zweite Ausbaustufe in Planung. Dann sollen bis zu 18 Autos gleichzeitig grünen Strom tanken können“, so Listemann. Damit springe Mercer keineswegs auf den Zug im ökologischen Wandel auf, sondern sei seither Teil der Lösung. „Unser Rohstoff ist nachwachsend.“ Im Vergleich zu einem Auto mit Verbrennungsmotor gehe Mercer Stendal bei dem neuen Volkswagen ID.3 davon aus, etwa 65 Prozent an Energiekosten einzusparen. „Darüber hinaus ist der Verbrauch des Fahrzeugs komplett neutral im Hinblick auf Kohlenstoffdioxid“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Produktion wird bis 2022 erweitert

Die Verantwortlichen des Autohauses Rosier zeigten sich zur Übergabe nicht nur erfreut darüber, die nunmehr 17-jährige Zusammenarbeit mit Mercer Stendal fortzusetzen, sondern nun auch den Weg der Elektro-Mobilität zu begleiten.

Mercer Stendal produziert Langfaser-Zellstoff aus Nadelholz, der unter der Marke Mercer Pulp an Papierfabriken in Deutschland und in aller Welt verkauft wird. Diese verarbeiten den Zellstoff beispielsweise zu grafischen Papieren, Druck, Hygiene- und Spezialpapieren. Laut eigenen Aussagen ist das Unternehmen außerdem eines der größten Biomassekraftwerke Deutschlands. Aus den Holz-Bestandteilen, die nicht zu Zellstoff verarbeitet werden können – etwa 50 Prozent des eingesetzten Holzes – wird Bioenergie generiert. In der Produktion entstehen ferner Produkte wie Tallöl und Terpentin. Unter der Überschrift „Stendal 740“ soll die Produktionskapazität im nächsten Jahr von rund 675 000 Tonnen Zellstoff pro Jahr auf 740 000 Tonnen angestiegen sein.