Osterburg/Rossau l Versammlungsraum, Führungsraum, Teeküche und Jugendfeuerwehrraum sind ersatzlos gestrichen: Der geplante Neubau, den die Einheitsgemeinde jetzt für die Rossauer Brandbekämpfer ins Auge fasst, entpuppt sich als Spar-Variante. „Weniger geht wirklich nicht“, sagte Bauamtsleiter Matthias Köberle in dieser Woche im Osterburger Stadtrat.

Feuerwehr soll Bürgerhaus mitnutzen

Die Beschränkung auf Fahrzeughalle, Umkleide, sanitäre Einrichtungen sowie einen Lagerraum – für alle Zusammenkünfte oder Veranstaltungen greifen die Feuerwehrleute auf das nahegelegene Dorfgemeinschaftshaus zurück – lässt die Kosten für die Investition purzeln. Dies allerdings auf den ersten Blick nicht in dem Umfang, den sich die Stadträte erhofft hatten, als sie Anfang Februar 2020 mit dem Beschluss des ursprünglichen Gerätehaus-Projektes die Suche nach einer preisgünstigeren Variante in Auftrag gegeben hatten. Denn schlug das Original-Projekt mit Versammlungs- und Führungsraum sowie zwei Fahrzeug-Stellflächen mit 797 000 Euro zu Buche, sind es in der jetzt vorliegenden Alternative noch 630 000 Euro.

Tatsächlich sei der Unterschied dann aber doch größer, machte Bauamtsleiter Köberle deutlich. Nach seinen Angaben hat der Planer in der Zwischenzeit die Einheitspreise auf der Grundlage aktueller Ausschreibungspreise angepasst. Verwende man die angepassten Preise im ursprünglichen Projekt, würden die Kosten für das anfangs geplante Gerätehaus bei rund 1,2 Millionen  Euro liegen. Der jetzt geplante Neubau kommt um die Hälfte preisgünstiger. Er soll zudem nach Möglichkeit mit Hilfe von Fördergeldern gestemmt werden. Notfalls werde das Gerätehaus aber auch ausschließlich aus dem eigenen Geldbeutel der Kommune finanziert, legt der vom Stadtrat einstimmig verabschiedete Beschluss fest.

Wehrleiter hofft auf zweiten Stellplatz

Wann es losgehen soll? Eine konkrete Jahreszahl findet sich in dem Beschluss der Stadträte nicht. Stattdessen aber der Hinweis: „Das Bauvorhaben wurde mit der Haushaltsplanung 2021 für die mittelfristige Finanzplanung angemeldet.“

Rossaus Ortsbürgermeister Bernd Drong macht dagegen aus seinen Erwartungen keinen Hehl: „2023 muss sich etwas tun. Dann muss ohne Wenn und Aber gebaut werden.“ Die Kommune bringe schon die Einschätzung der Feuerwehr-Unfallkasse in Zugzwang, dass das bisher genutzte alte Gerätehaus dichtgemacht werden müsste, begründete Drong. In dem 90 Jahre alten Stützpunkt mangelt es unter anderem an Heizung, Umkleideräumen und sanitären Einrichtungen. Eben mit Blick auf die dringende Notwendigkeit eines neuen Gerätehauses und in der Erwartung, dass die Einheitsgemeinde die Investition nicht von Fördergeldern abhängig macht, hätten der Rossauer Ortschaftsrat und die Feuerwehr des Dorfes in den „sauren Apfel“ gebissen und sich eindeutig hinter die Spar-Variante gestellt, so Drong.

Rossaus Feuerwehrchef Enrico Brun möchte aber zumindest einen zweiten Fahrzeug-Stellplatz noch nicht gänzlich abschreiben. Die Verwaltung solle doch überprüfen, ob dieser zweite Stellplatz förderfähig wäre, regte er an. Abseits davon scheinen auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gerätehauses sowie Ladestationen für Elektroautos am Feuerwehrstützpunkt denkbar. Diese Überlegungen sollen nach Einschätzung der Rossauer Ortspolitiker weiterhin verfolgt werden.