Büttnershof l „Wir hatten immer öfter Anfragen, wann es wieder losgeht“, erzählt der Gastgeber. Nach Himmelfahrt öffnete Prüfert den Restaurant- und Hotelbetrieb wieder. Im Vergleich zu den Vorjahren verzeichnet er sogar mehr Radfahrer und Wohnwagen, die in der Altmark einen Zwischenstopp einlegen. Doch die Auflagen für das 40 000 Quadratmeter große Areal hielten von der Einladung zum Flohmarkt zurück. „Das Wetter hat auch sein Gutes. Es dürfen nur 1000 Leute auf das Gelände, und die Regel können wir heute leicht einhalten.“ Alles abzusperren, Händler und Besucher zu registrieren, das sei schon ein Mehraufwand, der erst einmal gestemmt sein will. Für die Armbänder am Einlass sprang zum Beispiel der 14-jährige Max Feresztyn ein, Sohn von Prüferts ehemaligem Hausmeister. Mal abgesehen von seinen 16 Mitarbeitern halfen auch die Nachbarn mit, um den Ablauf zu regeln.

Die Besucher nahmen es locker. „Wir lassen uns vom Regen nicht abhalten“, sagte Graziella Scirpoli aus Arneburg, die ihre Schwester mit den Zwillingen aus Wolfsburg im Schlepptau hatte. Mit Regenschirmen ausgerüstet, zogen sie von Stand zu Stand. Auch die Händler hatten teilweise eine längere Anreise hinter sich, kamen aus Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Nicole Haberhauffe aus Magdeburg packte mit ihren Kindern das Spielzeug gegen 11 Uhr schon wieder ein: „Schade, dass das Wetter nicht so mitspielt.“

Waltraud Hoyer aus Walsleben konnte so leicht nichts erschüttern. Seit über zehn Jahren hält sie Büttnershof die Treue. Sie hatte noch frisch gelbe Bohnen gepflückt und bot diese zum Verkauf an: „Ich bin froh, wenn ich unter Leute komme. Mein Sohn ist extra nachts um eins vorgefahren, um eine gute Position zu haben.“ Keine Standgebühr, das ist schon mal ein Plus. Und etwas anzubieten, das hat sie immer. Manchmal sind sogar kaputte Eimer zum Bepflanzen gefragt. „Wir sind noch so erzogen, nichts wegzuschmeißen, Marmelade zu kochen und so weiter.“ Unter ihrem kleinen Pavillon war sie vor Regen gut geschützt.

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„Wir sind auch gut vorbereitet“, bemerkte Ute Blume aus Tangerhütte. Die holländischen Holzschuhe und Gläser hatte sie im Trockenen. Mit ihrem Mann bleibt die Händlerin grundsätzlich bis zum Schluss, denn „der Kuchen schmeckt einfach zu gut“. Und den möchte sie in gemütlicher Runde genießen. Sandro Müller und Angela Tschorn aus Hohengöhren schwärmten ebenfalls vom Essen in Büttnershof und ließen sich die Bratwurst schmecken, während ihre Zwillinge Amelie und Collin Fläschchen bekamen. Ihre Familie kommt bei jedem Wetter, besonders gefällt ihr der große Platz. Sophie Richter aus Stendal zieht es mit ihrem Sohn Leon jedes Mal zu den Tieren. Umso mehr freuten sie sich, diesmal Pfauenfedern mit nach Hause nehmen zu können. Ersatzteile fürs Porzellan, Bücher, Spielzeug und Werkzeuge waren ebenfalls sehr gefragt. Mit Zimmermannswerkzeug kennt sich Eike Kriegelsteiner aus Gethlingen aus. Mit seiner Frau Carmen und seinem langen Stand ist er immer vorn dabei und lässt sich von den Regenschauern die Laune nicht verderben. Das Wiedersehen mit alten Bekannten war für ihn die Hauptsache.

Immer wieder mussten manche Händler ihre Waren mit Plane abdecken. Auch Christina Lücks Geduld wurde auf die Probe gestellt. Sie arbeitet ehrenamtlich für die Tafel in Havelberg. „Wenn weniger Händler da sind und die Kunden trotzdem kommen, wird man manchmal an so einem Tag mehr los“, war ihre Hoffnung. Doch das Auf- und Abdecken war eine echte Herausforderung. Da hatte es der Seehäuser Ronald Zimmer schon besser. Seinen Pflanzen konnte der Regen nichts anhaben. Bei ihm staubte der Krüdener Matthias Wolff sogar ein altes Waschbrett, dazu Holzleiter und DDR-Mülltonne ab. „Alles Deko. Wir haben einen großen Hof“, verriet er. „Wir wollen die Chance nutzen. Das ist ja erst der zweite Flohmarkt hier in der Ecke. Vielleicht finden wir auch was“, so Maria und Claudia Löser aus Börgitz. Am ersten Sonntag im September haben sie in Büttnershof wieder die Gelegenheit dazu.