Rossau l Der Osterburger Bauausschuss hat sich am Montag für die kleinere Variante des geplanten neuen Gerätehauses für die Feuerwehr Rossau ausgesprochen. Das Gebäude soll wie der erste Entwurf von Planer Steffen Klug auf dem Areal der früheren Gaststätte errichtet werden, aber Synergieeffekte mit dem rund 200 Meter entfernten Dorfgemeinschaftshaus nutzen. So wurden im Vergleich zum ersten Entwurf der Führungsraum, der Versammlungsraum, der Raum für die Jugendfeuerwehr und die Teeküche gestrichen. Sie sollen im Dorfgemeinschaftshaus Platz finden, wo sich die Feuerwehr, die sich in ihrem rund 90 Jahre alten Gerätehaus nicht die Hände waschen geschweige denn auf Toilette gehen kann, auch jetzt schon trifft. Teil des neuen Entwurfs sind weiterhin: Fahrzeughalle, Lager, Wirtschaftsraum, Dusche/WC Damen, Dusche/WC Herren, Damen-Umkleide, Herren-Umkleide und Flur. Unterschied zum ersten Entwurf ist ferner, dass die Fahrzeughalle statt zwei nur einen Stellplatz hat. „Weniger wäre null“, sagte Bauamtsleiter Matthias Köberle.

Tempo gefordert

Der zweite Entwurf werde auf 630 000 Euro Gesamtkosten geschätzt, der erste mit nun ebenso angepassten mittlerweile erhöhten Kosten auf rund 1,25 bis 1,3 Millionen Euro – es standen laut früherer Schätzung einmal rund 800 000 Euro im Raum. Wie der Bauamtsleiter beim Innenministerium in Erfahrung brachte, könnte die neue Variante förderfähig sein, man müsse die Zwei-Orte-Lösung aber plausibel machen.

Wie der Rossauer Ortsbürgermeister Bernd Drong (parteilos) in der Ausschusssitzung mitteilte, würde der Ortsrat mit dem neuen Entwurf mitgehen. „Aber jetzt den Entwurf auch bitte durchlassen, so dass wir spätestens 2023 bauen können“, wandte sich Drong angesichts der miserablen Umstände für die personenstarke Rossauer Wehr an den Ausschuss.

Zweiten Stellplatz prüfen

Auch Ortswehrleiter Enrico Brun drückt mächtig aufs Tempo. „Wir müssen unserer Jugend endlich etwas bieten können.“ Brun bittet um Überprüfung, ob ein zweiter Stellplatz überhaupt mehr Geld kosten würde. „Die Wände für eine Halle stehen ja und es gibt pro Stellplatz auch 150 000 Euro Förderung vom Land“, so Brun. Darum wird sich die Einheitsgemeinde auf jeden Fall bewerben, der Beschluss lautet aber, dass auch ohne Förderung gebaut wird.

Laut Risikoanalyse braucht die Feuerwehr Rossau nur ein Fahrzeug, „aber ich habe mir vor zehn Jahren auch nicht vorstellen können, dass das mit den E-Autos für die Feuerwehr mal zu so einem Problem wird“, sagte Stadtwehrleiter Sven Engel, der lieber einen Puffer an Platz hätte, aber auch auf eine baldige Umsetzung des Projekts pocht – dann eben in kleiner Variante.

Es geht um Platz für Ausbildung

Für Brun geht es bezüglich eines zweiten Stellplatzes nicht mal um ein weiteres Fahrzeug, „wir müssen uns in der Halle, wenn unser Fahrzeug drinsteht, nur auch noch bewegen können, zumal bei Ausbildungen“, so Brun. Der Bauausschuss stimmte mit vier Mal Ja bei zwei Enthaltungen für die kleine Variante. Eine Enthaltung kam von Klaus-Peter Gose (parteilos), der „lieber einmal vernünftig bauen will, bevor sich der nächste Stadtrat in 15  Jahren wieder hinsetzt“.