Goldbeck/Klein Schwechten l Ein übelriechender Geruch sorgte am späten Freitagnachmittag (27. November) für besorgte Einwohner. Zunächst hätten sich Goldbecker Bürger bei der Rettungsleitstelle in Stendal gemeldet. Mitglieder von freiwilligen Feuerwehren wurden umgehend alarmiert und führten an verschiedenen Orten Messungen durch. Dazu zählten auch die mit spezieller Technik versehenen Abc-Erkundungswagen (CBRN) der Feuerwehren aus Osterburg und Stendal. Zwar seien laut Osterburgs Einheitsgemeinde-Wehrleiter Sven Engel keine Messwerte überschritten worden, dennoch konnten die Verantwortlichen Schwefelwasserstoff nachweisen. Anschließend wurden die Einwohner gewarnt, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Die Wolke mit den Gasgerüchen zog in westlicher Richtung ab und war unter anderem in Goldbeck, Klein Schwechten und Rochau von den Einwohnern wahrnehmbar. Wie die Polizei sagte, war die im Arneburger Industrie- und Gewerbepark (IGPA) ansässige Zellstofffabrik Auslöser. Lebensgefahr hätte zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Ein recht großes Aufgebot an Feuerwehr-Mitgliedern rückte am Freitag gegen 16.30 Uhr zunächst nach Goldbeck aus. Unter Einsatzleiter Michael Nix, seines Zeichens Arneburg-Goldbecks Verbandsgemeinde-Wehrleiter, versammelten sich dort Brandbekämpfer aus Werben, Arneburg, Hohenberg-Krusemark, Klein Schwechten und Goldbeck.

„Ratsam, eine Warnung herauszugeben“

Ins Einsatzgeschehen griffen zudem die Freiwilligen Feuerwehren aus Osterburg und Stendal ein, die Messungen in Klein Schwechten durchführten. Auf Erdgas oder Schwefelmonoxid hätte es keine Ausschläge gegeben. Allerdings auf Schwefelwasserstoff. Jene chemische Verbindung rieche nach faulen Eiern und sei für den Menschen in höherer Konzentration giftig.

„Es war ratsam, dass wir dann beschlossen, eine Warnung an die Bevölkerung herauszugeben“, sagte Sven Engel. „Der Geruch war schon sehr intensiv.“ Dennoch hätten die Messungen „keine gesundheitsschädliche Konzentration an Schadstoffen“ ergeben, wie Michael Nix betonte. Der Einsatzleiter möchte sich bei allen teilnehmenden Feuerwehr-Mitgliedern bedanken. „Die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert.“ Für Nix sei es sinnvoll, nochmal eine Nachbetrachtung unter den Feuerwehren vorzunehmen, „da solche Einsätze für uns recht selten sind.“

Für Osterburgs Einheitsgemeinde-Wehrleiter habe sich die Anschaffung des Erkundungswagen „bezahlt gemacht“, so Engel. Er spricht von zwei, drei Einsätzen pro Jahr. Die Bereitstellung der Technik sei jedoch das eine. Wichtiger sei das geschulte Feuerwehr-Personal. Das erfordere eine intensive Aus- und Fortbildung. Osterburg und Stendal verfügen im Landkreis über einen solchen CBRN-Erkundungswagen.

Am Einsatz am Freitagnachmittag in Goldbeck und Klein Schwechten nahmen 59 Mitglieder von freiwilligen Feuerwehren mit insgesamt zwölf Fahrzeugen teil.