Flessau l Weil die Förder­chancen gleich null waren, nahm die Einheitsgemeinde Ende 2018 Abschied von einer „großen Lösung“, die abseits der Flessauer Grundschule auch die Osterburger Schule am Hain sowie sämtliche kommunalen Kindereinrichtungen bekochen würde. Denn der zur Finanzierung des Großprojektes auserkorene Stark-III-Fördertopf blieb in Sachen Schulküche verschlossen. Den auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzten Küchenneubau aus eigener Kraft zu stemmen, hätte die Rathauskasse aber schlicht und einfach überfordert. Das damalige Umschwenken auf eine kleinere Alternative ausschließlich für die Versorgung der Flessauer Bildungsstätte hat sich zwölf Monate und diverse Besprechungen später gleichwohl ein Stück weit überholt. So scheint mittlerweile doch wieder vorstellbar, dass eine Flessauer Schulküche die Versorgung der gesamten kommunalen Schulen und Kindereinrichtungen schultern könnte. Das bestätigte Bürgermeister Nico Schulz auf Nachfrage der Volksstimme. „Wir befinden uns derzeit in der Endabstimmung mit einem Küchenbetrieb, einem Küchenbauer und dem Landkreis Stendal. Diese Gespräche werden zum Ergebnis haben, wie das Projekt letzten Endes aussieht und wie teuer es wird“, sagte Schulz. Nach seinen Angaben hat die Kommune für die Küche eine industriell gefertigte Modul-Variante im Auge. „Die passt, weil wir weder eine Essenausgabe noch einen Spülraum benötigen. Beides ist in der neuen Mensa der Grundschule untergebracht, die auch als neuer Essenraum dient“, berichtete der Bürgermeister.

Läuft die Endabstimmung nach Plan, soll der Stadtrat noch im ersten Quartal 2020 über das Schulküchenprojekt entscheiden. Dann soll von den Stadtvätern auch die Frage beantwortet werden, ob die Küche von der Einheitsgemeinde bewirtschaftet werden soll oder ob die Verpachtung an einen privaten Küchenbetrieb bevorzugt wird. Letztere Option schien vor Jahresfrist eigentlich vom Tisch, „im Zuge der zurückliegenden Beratungen hat sich unser Spielraum dann aber doch wieder so erweitert, dass dies ein gangbarer Weg ist“, stellte Schulz klar. Wie gangbar, könnten auch Berechnungen aufzeigen, die der Bürgermeister noch vor der Diskussion und Abstimmung im Stadtrat auf dem Zettel hat. „Wir werden beide Optionen intern durchrechnen“, sicherte er zu.

Entscheiden sich die Osterburger Stadtväter im ersten Quartal für eine Küchenvariante, in der tatsächlich für die beiden kommunalen Grundschulen sowie für die Kindertagesstätten gekocht wird, hätte das im Übrigen auch Folgewirkungen für ein Ziel, dass der Osterburger CDU-Ortsverband im Zuge des Stadtratswahlkampfes ausgerufen hatte. Denn das Anliegen der größten Ratsfraktion, auch in der Kernstadt eine Schulküche einzurichten, hätte sich mit der Rückkehr zur „großen Lösung“ am Standort Flessau schlichtweg erledigt.