Osterburg l Seit Anfang 2017 steht fest, dass die Einheitsgemeinde in den sauren Apfel beißen und beträchtlich investieren muss, um ihr Hallenbad zu sanieren. In der auf dem Fuchsbau gelegenen Sportstätte ist die Bädertechnik in Ordnung zu bringen, das Rohr- und Leitungsnetz hat Erneuerungsbedarf. Nicht zuletzt finden sich die schadhaften Fliesen des 25 Meter langen und 12 Meter breiten Wasserbeckens auf der Mängelliste wieder. Schon dieses Maßnahmepaket geht ordentlich ins Geld, gleichwohl hat man im Osterburger Rathaus längst nicht „nur“ Reparaturarbeiten auf dem Zettel. Um das Bad besser auf zusätzliche Zielgruppen wie Touristen oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen auszurichten, soll es spürbar aufgewertet werden. Dabei fasste die Kommune unter anderem einen verstärkten Wellnessbereich (inklusive Saunagarten im Freien) sowie zusätzlich ein Kinder- und Therapiebecken ins Auge.

Doch diese Pläne haben sind mittlerweile erledigt, machte Bauamtsleiter Matthias Köberle auf Nachfrage der Volksstimme deutlich. „Vom finanziellen Volumen her ist das für uns einfach nicht zu stemmen.“ Dies habe eine Machbarkeitsstudie aufgezeigt, mit der die Einheitsgemeinde im Frühjahr ein Fachbüro aus Hildesheim beauftragte. In diesen Unterlagen, die der Kommune mittlerweile vorliegen, geben die Fachleute den Investitionsbedarf mit rund neun Millionen Euro an. Das ist weitab von den 1,8 Millionen Euro, die die Einheitsgemeinde nach eigener Einschätzung in die Schwimmstätte investieren könnte. Und dies auch nur, sofern das Land mitspielt. Denn Osterburg setzt auf Fördertöpfe, möglichst um die 90 Prozent der Kosten sollen so finanziert werden. Die Restsumme würde die Einheitsgemeinde aus dem eigenen Budget bezahlen.

Die 1,8 Milionen Euro vor Augen, sind Saunagarten und Co vom Tisch, auf sämtliche der anvisierten Aufwertungsprojekte will die Kommune indes nicht verzichten. „Die barrierefreie Erschließung unseres Bades und die Schalldämmmaßnahmen bleiben auf jedem Fall auf dem Zettel“, machte Matthias Köberle deutlich.

Bis die Schwimmhalle tatsächlich zur Baustelle wird, geht aber noch einige Zeit ins Land. So steht die Förderzusage noch aus und (bei grünem Licht aus Magdeburg) die wegen des Kostenvolumens voraussichtlich EU-weite und mehrmonatige Ausschreibung des Projekts an. „Läuft alles gut, könnten die Bauarbeiten vielleicht im zweiten Halbjahr 2019 beginnen“, so Köberle, der die Landessportschule als Betreiberin des stadteigenen Bades in die Planungen einbezieht. Wird im Herbst 2019 gebaut, sollen Aufwertungen und Reparaturarbeiten im zweiten Halbjahr 2020 in die Tat umgesetzt sein.