Tannenkrug l Weil der Landkreis Stendal wegen der Ausbreitung des Corona-Virus verfügt hat, dass derzeit alle Veranstaltungen mit über 50 Beteiligten genehmigt werden müssen, hagelte und hagelt es weiter Absagen.

Nicht so beim Hegering Tannenkrug, dessen Mitgliederzahl unter der kritischen Grenze liegt und dessen Jahresversammlung, zu der auch nicht alle kommen, in Verbindung mit der Trophäenschau für Sonnabendnachmittag im Jagdzentrum Barsberge anberaumt war. Um auf Nummer sicher zu gehen, wollte Hegeringleiter Jörn Löschner seine Mitstreiter am Nachmittag zudem in freier Natur sozusagen ohne Festgelage begrüßen und kurz über markante Zahlen aus den Gemarkungen Lindenberg, Losse, Priemern, Behrend, Seehausen und Drüsedau informieren, die das waidgerechte Handwerk der zurückliegenden Monate widerspiegeln, aber auch Grundlage für die neuen Abschusspläne der unteren Jagdbehörde sind. Aus diesem Grund ist der Zusammenschluss in Hegeringen auch wichtig, weil die einzelnen Reviere ja nicht im eigenen Saft kochen und das Wild ohne Rücksicht auf Grenzen wechselt. Außerdem ist die schon am Vormittag bestückte Schau mit den Trophäen männlicher Tiere nicht nur ein Stück jagdlicher Tradition, sondern eine Art Weiterbildung. Zum Beispiel dafür, das Alter der Tiere aus der Ferne einzuschätzen kann, um Fehlabschüsse zu vermeiden. Denn bei der Hege des Wildbestandes ist es nicht nur wichtig, die Stückzahl bestimmter Tierarten zu steuern, sondern einen homogenen Bestand aus alten sowie jungen Tieren zu erreichen, erklärt Löschner.

Die präsentierten Zahlen belegen unter anderem, dass Damwild mit 63 und Rehwild mit 143 Tieren auf den Strecken ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Beachtlich ist der hohe Anteil,von Verkehrsunfällen und Wolfsrissen. Dass Isegrim nicht nur kranke und alte Tiere jagt, belegen die Schaufeln eines rund zehn Jahre alten, sehr großen und kräftigen Damhirsches, die unter den Trophäen ausgestellt sind.

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Besonders erfolgreich waren die Waidfrauen und -männer bei den Schwarzkitteln. Bislang wurden 190 erlegte Tiere (2019: 136) an den Landkreis gemeldet. Es dürften am Ende aber deutlich über 200 werden, ist sich Löschner sicher.

Die große Strecke erklärt sich zum einen dadurch, dass es dank milder Winter mehr Tiere gibt. Zum anderen sind die Waidleute angehalten, angesichts der drohenden Seuchengefahr durch die Schweinepest mehr Wildschweine als in anderen Jahren zu erlegen.

47 statt 21 Füchse sprechen dafür, dass sich die Bestände erholt haben. Dass vergleichsweise wenig Marderhunde erlegt wurden, wundert Löschner selbst. Dafür stehen auf der Habenseite im Kampf gegen tierische Einwanderer 109 Waschbären und 142 Nutrias. Bei den Nutrias besonders zu erwähnen, dass fast alle Tiere in einem Revier mit Biesedurchfluss und einem hohen Grabenanteil gestreckt wurden, weil die Bisamratte große Schäden an Uferböschungen anrichtet.

Dass nur die Unterhaltungsverbände für die Gewässer zweiter Ordnung Schwanzprämien ausloben, sich das Land für Gewässer erster Ordnung aber heraushält, kann Löschner angesichts der Millionen Euro, die in neue Deiche investiert werden, nicht verstehen.