Wahrenberg l Schon der 20. Wahrenberger Bauernmarkt – von selbst stellt er sich trotzdem nicht auf die Beine. Die Organisation liegt seit rund zehn Jahren auf dem Tisch des Fördervereins Wahrenberg. Er übernahm den Staffelstab vom Fremdenverkehrsverein, der den Markt einst gründete und aus Altersgründen ausschied. „Und wir wollten dann, dass der Markt bleibt“, sagte der Fördervereinsvorsitzende Mike Fitzner am Donnerstag. Vormittags auf einer Holzbank sitzend, die Sonne im Nacken und den Wind. Um 10 Uhr war es noch übersichtlich auf dem Areal am alten Fähranleger direkt am Wasser. Mittags indes kein Durchkommen mehr. „Den Platz hier unten haben wir erst dazu genommen“, sagte Fitzner. Beschränkte sich der Wahrenberger Bauernmarkt früher auf die Zufahrtsstraße zum Deich, besteht mittlerweile ein runder Fleck zum Verbleiben. Mit vielen Tischen und vornehmlich Gastronomie. „Wir wollten den Markt familientauglicher machen.“ Und das scheint gelungen.

Inklusive der Essen- und Getränkestände waren abermals rund 40 Händler mit an Bord. Auch lebendige Tiere sollten im Angebot sein (Hühner und Co), aber die beiden Anbieter sagten kurzfristig ab. Grundsätzlich möchte der Förderverein gerne noch mehr Handwerk in der Marktstraße sehen, „wir sind ja kein Wochenmarkt, wollen keine Klomotten und Co, aber das ist gar nicht so einfach“. Die Macher versuchen jedes Jahr aufs Neue, dem Begriff Bauernmarkt so gut wie es geht gerecht zu werden. Alles ehrenamtlich.

Der Markt war voll! Die Männer von der Stendaler Firma Gruhn überraschte das regelrecht. Sie hatten Gulasch mit Nudeln und Erbsensuppe mit Bockwurst im Angebot, kamen an ihrer Gulaschkanone mächtig ins Schwitzen – diesen Auflauf hatten sie nicht erwartet. Ein alter Hase im Geschäft indes Olaf Nagel aus Burg, der mit seinen Kräutern, Tees und Bonbons quasi schon zum Inventar des Wahrenberger Bauernmarktes gehört und auch gestern so einiges an den Mann oder die Frau brachte. „Die Altmark ist für uns ein gutes Gebiet, wir kommen gerne her“, sagte er.

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Ein Stück weiter am Deich waren die Leute vom Elbehof zu Gange, sorgten für alternatives Essen, brachten Kultur ans Wasser und freuten sich über einen Gottesdienst direkt nebenan. Pfarrer Christian Buro hielt ihn, der Posaunenchor Seehausen bereicherte ihn musikalisch. Und alle waren ziemlich gespannt auf das, was angekündigt war: nämlich zwei Kindstaufen. Für die Eltern Isabell und Sebastian Ohrt aus Geestgottberg hatte sich dies eher spontan ergeben. Die Taufe sollte nicht in einer Kirche sein, dann ergab sich plötzlich die Möglichkeit mit der Elbtaufe, sagte Isabell Ohrt, deren Töchter Henriette (unter einem Jahr) und Liselotte (4) wunderhübsch gekleidet waren. Fürs Elbwasser! „Getauft im Namen des dreieinigen Gottes“, benässte Pfarrer Buro zunächst das Köpfchen von Henriette, die ansonsten im Trockenen gehalten wurde. Anders ihre große Schwester Henriette, die an der Hand mutig in die Elbe stieg und dort den Kopf nach vorn gebeugt ebenfalls ihre Taufe erfuhr. Vor ganz vielen Zuschauern, die sich mit ans Wasser begeben hatten und reihum so etwas wie „ist das schön“ ins Gesicht geschrieben hatten. Menschenskinder am Elbufer.