Behrendorf l Wenn er seinen „Neuen“ aus der Garage holt, zieht das Fahrzeug die Blicke der Vorbeifahrenden unweigerlich an: Manfred Klaus besitzt einen „Wüstenpanzer“. Der Behrendorfer hat das Gefährt in vielen Stunden und natürlich mit viel Liebe zum Detail selbst angefertigt. Dass er selbst einmal als Militaria-Fan einen Panzer sein Eigen nennen würde, damit habe er nie gerechnet. Doch als der Schwiegersohn seinen VW Caddy aussortierte und er als Freizeithandwerker nach einer neuen Tätigkeit suchte, startete so langsam das Projekt. Als seine Frau Conny ihn dazu noch überzeugte, war Manfred Klaus in seinem Element.

Er schaute in einem Buch über Militärfahrzeuge des Zweiten Weltkrieges nach und wurde fündig. Fortan diente ein Panzer, der für die Deutsche Wehrmacht gebaut wurde, als Vorbild. „Ich bin schon ein wenig stolz“, gesteht der 58-Jährige, der im September des Vorjahres mit der Arbeit begann. Als Heimwerker entstanden bei ihm schon viele nützliche Dinge. Ob eine Eisenbahn aus Holz für die Enkelkinder, Dekorationen für den heimischen Garten oder selbst eine aus einer alten Wasserpumpe angefertigte Kanone, die er bei den Dorffesten zündet. Aber ein Panzer? Viel Stahl wurde bei ihm in der eigenen Werkstatt, in der er fast täglich stand, verarbeitet. Die großen zwei mal einen Meter großen Platten als Seitenteile waren am schwersten zu bearbeiten, erinnert er sich zurück. Schließlich mussten diese an den als Grundgestell dienenden VW angepasst und gebogen werden. Wie natürlich auch sämtliche anderen Teile, die für die Außenhülle sorgen, dann angenietet wurden. Dabei klappte nicht alles beim ersten Mal. „Die Schutzbleche habe ich zuerst auf sechs Zentimeter gehabt. Das war aber zu schmal“, sagt er. Die Breite wurde dann auf zehn Zentimeter korrigiert . Schon im Herbst erhielt das Fahrzeug sein neues Aussehen, der 4,30 Meter lange Stahlkörper – einiges ist auch aus Alu – zeigte sein Gesicht. An vielen Stellen bewies der Behrendorfer, der auch ein großer Flohmarkt-Fan ist und dort schon einiges erstand, das auch für seinen „Neuen“ nützlich wurde, viel Kreativität. Die aufklappbaren Luken waren einst Kuchenbleche, der Grill am Fahrzeug diente schonmal als Ofendeckel.

Ein Panzerturm ist auch vorhanden, inklusive „Gewehre“. Er baute ein Maschinengewehr  34 nach. „Das konnte rund 300 Schuss in der Minute abfeuern“, weiß er. Sein MG entstand aus einem Sonnenschirm-Rohr, aus Deoroller und Türstopper. Zwei Modelle sind angeordnet, dazu noch eine 52er Kanone. Viele Kanister mussten auch noch an den Seiten befestigt werden. Insgesamt hätte sein Fahrzeug, das er nach Vorbild des ehemaligen Panzerkampfwagens 5 „Panther“ taufte, 140 Liter Wasser und Kraftstoff mitführen können.

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Viele dieser Kanister eroberte der Behrendorfer auf Flohmärkten. Wie auch den Spaten aus dem damaligen Reichsarbeitsdienst. Schrotsäge und Axt bereichern das bereits bei der Maibowle in Kannenberg ausgestellte Fahrzeug ebenfalls. „Auch in Wischer war ich dabei“, blickt Manni Klaus zurück. Dort konnte er seinen Panzer im Gelände bewegen. „Ein einzigartiges Gefühl.“ Der „Panther“, der zunächst einen sandfarbenen Ton als Grundfarbe besaß, erhielt noch braune und grüne „Tarnflecken“. „Das passt ganz gut.“ Feuerlöscher, Funkantenne oder ein Winkelfernglas, das er im Wald fand, aber nicht mehr funktionsfähig ist, gehören ebenfalls zur Ausstattung. Neu angeschafft wurden die original Lampen, die im Internet bestellt wurden.

Der Tausendsassa Manfred Klaus bezeichnet die im März beendete Arbeit als seine bisher größte Herausforderung, seinen größten Wurf. Allerdings darf das Gefährt – bisher wurde es per Hänger zu den genannten Treffen bewegt – noch nicht auf die Straße. „Eine Zulassung wäre schon schön, und sei es nur für eine Maximalgeschwindigkeit von 40 km/h.“ Klaus will noch die betreffenden Stellen aufsuchen. Manni macht das schon.