Schulverbund

Iden und Goldbeck: Schulleiter stellt im August „Ehe-Konzept“ vor

Von Karina Hoppe 20.07.2021, 17:26
Die Grundschule Iden soll ab dem Schuljahr 2022/23 an  Goldbeck angegliedert werden. Der Standort Iden als solcher bleibt.
Die Grundschule Iden soll ab dem Schuljahr 2022/23 an Goldbeck angegliedert werden. Der Standort Iden als solcher bleibt. Foto: Karina Hoppe

Iden/Goldbeck - Der Schul- und Sozialausschuss der VG Arneburg-Goldbeck hält seine nächste Versammlung am Montag, 23. August, ab 17 Uhr in der Goldbecker Grundschule ab. Schulleiter Jens-Uwe Marquardt wird im öffentlichen Sitzungsteil das Konzept für den geplanten Schulverbund zwischen den Grundschulen Goldbeck und Iden vorstellen. Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau (parteilos) wies am Montag während der Sitzung des Verbandsgemeinderates explizit auf diesen Termin hin, der neben den Ratsmitgliedern nicht zuletzt für die Eltern der Schüler von großem Interesse sein werde.

Die neue erste Klasse der Grundschule Iden wird im nächsten Schuljahr nur neun Kinder stark sein, wobei zwei davon noch Wiederholer sind. Die Abgänge an weiterführende Schulen dazugerechnet, fällt Iden unter die vom Land mit 60 Schülern bezifferte Untergrenze für einen eigenen Grundschulstandort. Unter der Maßgabe, dass die „Schulehe“ zwischen Iden und Goldbeck statt wie geplant erst im Schuljahr 2023/24 schon 2022/23 gegründet wird, wurde der Idener Neun-Kinder-Klasse eine Ausnahmegenehmigung seitens des Landesschulamtes erteilt.

Städte- und Gemeindebund übt Kritik

Das Bildungsministerium schuf ab 2019/20 die Möglichkeit, Grundschulverbünde zu bilden. Die kooperierenden Einrichtungen haben eine Lehrerschaft, eine Schulleitung, eine Gesamtkonferenz. Für den Hauptstandort – hier Goldbeck - ist festgelegt, dass es sich um einen größeren bestandsfähigen Standort handeln muss, der eine Mindestschülerzahl von 80 – statt 60 – aufweisen muss. Unter anderem Letzteres aus der Schulentwicklungsplanung wurde in einem Schreiben an Bildungsminister Marco Tullner (CDU) auch vom Kreisverband Stendal des Städte- und Gemeindebundes Sachsen-Anhalt kritisiert – ohne Erfolg. „Es wird kein Unterschied mehr zwischen Stadt und Land gemacht“, sagt Schernikau. „Und nicht nur mich würde interessieren, wie viele Lehrer das Land für das Geld einstellen könnte, mit denen die Kinder mit dem Bus durch die Gegend gefahren werden“, so Schernikau. „Ein Wahnsinn, was da passiert“, kommentierte am Montag VG-Ratsmitglied Bernd Schulze (Unabhängige Fraktion).

Im Schuljahr 2022/23 wieder mehr Erstklässler

Indes bleiben die Schuleinzugsbereiche von Arneburg-Goldbeck unberührt. Nach aktuellem Stand hat die Idener Schule 2022/23 im Übrigen wieder 19 Einschüler. In Bezug auf 2021/22 gab es auch mehrere „Abtrünnige“ wegen der pandemischen Lage. Einige Eltern würden ihre Kinder lieber noch ein Jahr länger in der Kita lassen. Auch Wegzüge waren zu verzeichnen. Die geforderte Gesamtschülerzahl von 60 dürfte für Iden aber perspektivisch trotz alledem problematisch sein.