Arneburg l Die Textpassage „der Breitbandausbau wird vorangetrieben“ muss noch um das wichtige Wörtchen „flächendeckend“ erweitert werden. Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau packte das handgeschriebene Kärtchen am Mittwoch auf jenen Tisch in der Arneburger Stadthalle, der sich mit regionaler Vernetzung und Mobilität befasste. An ihm saßen die Idener Norbert Kuhlmann, Uwe Stallbaum und Hans-Heinrich Francke, außerdem die Arneburgerin Ingrid Bade. Sie hatten gegen diesen Vorschlag nichts einzuwenden.

In der letzten offenen Bürgerwerkstatt zur Erstellung des Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzeptes (IGEK) waren die Tische nicht nach Kommunen sortiert, sondern thematisch. Neben der Mobiliät gab es etwa noch die Runden, die sich mit der Wirtschaft, der Kulturlandschaft an der Elbe, dem Wohnen oder dem Gemeinwesen als solchem befassten. Alle Bereiche kommen in das Entwicklungskonzept, und zu allen haben die beauftragten Büros bereits Textvorschläge erarbeitet. Extrahiert aus den IGEK-Fachforen, aus eigenen Recherchen, aus der vergangenen Werkstatt. 25 Leute, das ist nicht viel, wenn es um die Zukunft der Verbandsgemeinde geht, aber die 25 Leute steckten ihre Köpfe zusammen. Am Mobilitätstisch kam man nochmal auf die laut Norbert Kuhl­mann fehlende Elbbrücke zu sprechen. Darauf, dass sie ohne „Hosenträger-Variante“ ja nun verkehrspolitisch vom Tisch ist und dass das Land wenigstens die L2 ordentlich befahrbar machen müsse, was ja passieren soll. Aber das Nadelöhr Fähre bleibe ja. „Damit kann das Land die Kommunen nicht alleine lassen.“ Landesstraße sei Landessstraße. Die Benutzung der Fähre müsste kostenfrei sein, war sich die Runde einig. Und war es nicht in Strodehne auch so?

Rund 100 Seiten wird das IGEK haben, neben den Aspekten des Leitbildes voll mit einer Reihe von konkreten Maßnahmen. Das Leitbild könne man sich vorstellen, „wie einen Blumenstrauß, an dem man sich bedienen kann“, sagt Sebastian Lopitz von der „BSC Stadt + Region“, neben dem Büro Wallraff und Partner mit der Planentwicklung betraut. Es müsse nicht alles umgesetzt werden, was darin steht, aber was nicht darin steht, habe es schwerer, umgesetzt zu werden. Zumindestens, wenn man Fördergelder vom Land haben wolle. Also rein mit den Ideen. Mit der Fußgängerquerung über die B 189 zwischen Rochau und Häsewig genauso wie mit der Renaturierung des Idener Seegrabens.

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Konzepte sind theorielastig. „Aber im Gespräch kommt man auf die Dinge“, so Schernikau. Immer würde etwa nur im Sinne des Geldabhebens von der Notwendigkeit eines Geldautomatens gesprochen werden. „Dabei ist es für viele mittelständische Unternehmen auch ganz wichtig, dass sie ihr Geld abends wieder loswerden.“ So beglückwünscht Schernikau „alle, die da waren und mitgestaltet haben. Das war wirklich keine Alibi-Veranstaltung“.

Der erste IGEK-Entwurf soll bald im Fachforum diskutiert und das Konzept noch im ersten Halbjahr 2019 vom VG-Rat beschlossen werden.