Osterburg l „Wir sind eine Kleingartenanlage und keine Müllkippe“. Mit dicker roter Schrift geschrieben und fünf Ausrufezeichen am Satzende drängelt sich ein Zettel an den Aushängebrettern der Kleingartenanlage „Aufbau“ in den Blick der Vorbeigehenden.

„Die haben wir im Januar überall ausgehängt“, sagt Sven Blöß. „Wir haben einfach die Nase voll“, fügt Birgit Brüggemann hinzu. Gemeinsam mit engagierten Helfern wie Blöß rücken die Vereinschefin und ihr Vorstand in diesem Winter erneut verwaisten Parzellen zu Leibe, die einige Zeitgenossen längst zu Müllkippen zweckentfremdet haben. Schon im Winter zuvor wurde auf einigen Flächen aufgeräumt, die Fortsetzung folgte in den zurückliegenden Wochen. Und das eher der Not gehorchend. Denn abgesehen von der eigenen Freizeit, die die Aufräumer investieren, geht die Ordnungsaktion auch kräftig ins Geld. „Im letzten Jahr haben wir für die Entsorgung des Mülls 500 Euro bezahlen müssen“, sagt Brüggemann.

Sie schmerzt nicht nur der tiefe Griff in die Vereinskasse. Sondern auch die Erkenntnis, dass das Müllproblem trotz aller Bemühungen nicht kleiner zu werden scheint. Gerade erst mussten die Aufräumer miterleben, dass eine frisch in Ordnung gebrachte Brache nur einen Tag später erneut als Abladeplatz für Müllsäcke, Tapetenreste und Co diente. Das erinnert an den sprichwörtlichen Kampf gegen Windmühlenflügel. Und macht es daher umso erfreulicher, dass der Gartenvorstand zumindest einem Wild-Verkipper auf die Schliche gekommen zu sein scheint, machten Brüggemann und Blöß deutlich.

Bilder

Räumung wegen Säumigkeit

Dabei handele es sich um einen früheren Parzellenpächter. Weil dieser lange säumig gewesen sei, habe der Verein ihm im November gekündigt und zudem dazu aufgefordert, den Garten bis zum 23. Dezember zu räumen. „Da aber nichts passierte“, ergriff der Verein die Initiative. Vom öffentlichen Gartenweg aus sei der Zustand des Gartens dokumentiert worden. Zu diesem Zeitpunkt hätte sich noch Schutt und anderer Abfall auf dem Areal befunden, außerdem stellten Birgit Brüggemann und ihre Begleiter auch fest, dass ein stabiler Handwagen im Garten stand.

Als nur kurze Zeit darauf im Randbereich des südlich an die Kleingartenanlage angrenzenden Ackers ein Müllhaufen zu entdecken war, erkannten Brüggemann und Blöß in dem Mix aus Bauschutt, Asche, Zierkieseln und einer Radkappe Dinge wieder, die sie zuvor in dem Garten des gekündigten Parzellenpächters gesehen hatten. Zudem habe die Reifenspur eines Handwagens vom Acker bis hin zu dem Garten des ehemaligen Pächters geführt.

Davon überzeugt, den Verursacher der wilden Verkippung ausfindig gemacht zu haben, hat die Vereinschefin beim Ordnungsamt Anzeige wegen illegaler Müllentsorgung erstattet. Das städtische Behörde wiederum habe das Umweltamt des Landkreises eingeschaltet, so Brüggemann. Sie hofft darauf, dass das illegale Entsorgen geahndet wird. Allein schon deshalb, um ein Beispiel zu sein, dass das wilde Verkippen nicht immer ohne Konsequenzen bleibt.