Osterburg l Die Zeiten, in denen der Hilliges-Platz eine eher untergeordnete Rolle spielte und aufgrund mutwilliger Zerstörungen in der Mehrzahl negative Schlagzeilen produzierte, scheinen demnächst vorüber. Nachdem Bürgermeister Nico Schulz kurz vor Jahresende überraschend ankündigte, nicht mehr auf Biegen und Brechen am Wochenmarktplatz zwischen Parkplatz Lindenstraße und Wallpromenade festhalten zu wollen, rückt die Rückkehr der Händler an den von ihnen selbst favorisierten Standort zwischen Stadtpassage und Breiter Straße in greifbare Nähe. Laut Schulz soll dafür zwar die Meinung des Osterburger Ortschaftsrates den Ausschlag geben, Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose signalisierte aber schon Zustimmung. Ebenso ist zu erwarten, dass das Thema zeitnah auf die Tagesordnung des Ortschaftsrates rücken wird.

Auch eine andere Voraussetzung für den Wochenmarkt auf dem Hilliges-Platz scheint mittlerweile erfüllbar: Der verwahrloste Streifen am nördlichen Rand des Hilliges-Platzes könnte in absehbarer Zeit in kommunalen Besitz übergehen. Wie Nico Schulz deutlich machte, habe der Privateigentümer gegenüber der Kommune signalisiert, dass er das Gelände an die Stadt veräußern würde. Finden Einheitsgemeinde und Flächenbesitzer einen gemeinsamen Nenner und geht der Verkauf über die Bühne, würde sich das Platzangebot für Wochenmarktbuden auf dem Hilliges-Platz noch mal deutlich vergrößern. Zudem würde mit Blick auf den aktuell eher verwahrlosten Streifen ein Schandfleck im Herzen der Stadt verschwinden. Aktuell aber stehe die Einigung mit dem Besitzer noch aus, betonte Schulz. Nicht zuletzt hat die immer wahrscheinlicher werdende Rückkehr des Wochenmarktes hin zum August-Hilliges-Platz Konsequenzen für weitere Projekte. Denn ob die bisher von den Stadtvätern anvisierte öffentliche Toilette am heutigen Marktplatz zwischen Parkplatz und Wallpromenade ohne Wochenmarkt dort noch Sinn macht, scheint zumindest fraglich. Das sei sicher ein Punkt, der dann neu bewertet und diskutiert werden müsste, bestätigte Nico Schulz.

Besteht in Sachen Wochenmarkt noch Gesprächsbedarf, ist die Videoüberwachung des Platzes seit der jüngsten Sitzung des Stadtrates faktisch in trockenen Tüchern. Während der Sitzung am 3. Dezember votierten die Politiker bei lediglich zwei Gegenstimmen dafür, ein aus fünf Kameras bestehendes System zu leasen. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen ließen sich Stadtpolitiker direkt auf dem Hilliges-Platz von dem ortsansässigen Fachunternehmer Thomas Krombholz und seinen Mitarbeitern bereits die moderne Überwachungstechnik und ihre Möglichkeiten erklären.

Ist der Haushalt 2020 der Einheitsgemeinde unter Dach und Fach, sollen die Kameras zügig auf dem Platz installiert werden. Vorerst nur für ein Jahr. Ende 2020 wollen die Stadtväter Rückschau halten, ob und inwiefern sich die Kameras auf die mutwilligen Zerstörungen auswirken, unter denen der Hilliges-Platz in den zurückliegenden Jahren in unschöner Regelmäßigkeit zu leiden hatte.