Seehausen l Das Diakoniekrankenhaus Seehausen gehört mit 112 Betten zu den kleinen Vertretern in der deutschen Klinik-Landschaft. Nichtsdestotrotz ist die medizinische Versorgung unter dem Dach des Gesundheitskonzern Agaplesion wichtig für eine dünnbesiedelte Region wie die Altmark, in der sich Fahrstrecken oft vervielfachen, wenn eine Einrichtung wegfallen sollte.

Nach dem sich das Krankenhaus und seine Mannschaft in den vergangenen Jahren von Fachgebieten wie der Geburtenstation trennen und neu ausrichten mussten, steht die Einrichtung aber nicht zur Debatte. Zumal das Haus, das mit 160 Beschäftigten (135 Vollbeschäftige) vom technischen Personal bis zum Chefarzt als zweitgrößter Arbeitgeber in Seehausen auch im vergangenen Jahr schwarze Zahlen schrieb, wie Geschäftsführerin Maria Theiß bei einem Pressegespräch wissen ließ.

Patientenzahlen sind zurückgegangen

Ein Selbstläufer war das nicht, hieß es mit Blick auf ein strenges Kostenmanagement oder auf Verhandlungen mit Krankenkassen und anderen Partnern. Dass die Zahl der Patienten 2016 im Vergleich zum Vorjahr um rund 300 leicht auf 15800 zurückgegangen ist, macht die Sache nicht einfacher. Die Ursachen-Suche bringt allerdings auch teils ganz Profanes zu Tage. Zum Beispiel, dass es durch einen milden Winter zu weniger Unfällen gekommen ist, was ja irgendwie auch eine gute Nachricht ist.

Bei den knapp 16 000 Patienten sind alle Fälle vom geplanten Eingriff mit stationären Aufenthalt über ambulante Operationen, die Notaufnahmen inklusive der Unfallchirurgie oder auch Leistungen der Physiotherapie dabei.

Verschiedene Anschaffungen für Klinik

Nachdem in den zurückliegenden Jahren unter anderem ein neuer Computer-Tomograph (CT) und ein modernes Ultraschallgerät angeschafft wurden, standen 2016 vier neue Beatmungsgeräte und ein paar Ersatzbeschaffungen für die Abteilung Inneres auf dem Investitionsplan. Das alles neben den Ausgaben für Unterhaltung, wobei der Instandhaltungsaufwand auch im Neubau allmählich steigt.

Außerhalb der pauschalen Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt hat das Krankenhaus 10 000 Euro bekommen, um seine Bemühungen zum Thema Demenz auszuweiten. Geld, das vor allem für Weiterbildungen oder für den Aufbau eines Netzwerkes mit Ehrenamtlichen außerhalb des Krankenhaus-Betriebes verwandt werden soll.

Um das Thema aus der Tabu-Zone zu holen, wollen die Fachleute der als demenzsensibles Krankenhaus zertifizierten Einrichtung auch bei Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften Informationsveranstaltungen anbieten. Denn bei von Demenz Betroffenen hilft in allererster Linie Wissen weiter, so Maria Theiß.

Tag der offenen Tür 2018

Um die Akzeptanz zum Krankenhaus zu pflegen, sind in diesem Jahr auch wieder populärwissenschaftliche Aktionen im Rahmen der gut frequentierten Reihe „Medizin im Dialog“ vorgesehen. Auf einen Tag der offenen Tür müssen sich die Seehäuser und die Einwohner des Umlandes indes bis 2018 gedulden. Gleichwohl kam das Spektakel im vergangenen Jahr wieder sehr gut an. Abgesehen davon, dass mit den Einnahmen zwei Spenden in Seehausen realisiert werden konnten, war der Tag für die Geschäftsführerin wieder ein Beleg für die gute Zusammenarbeit mit Institutionen vor Ort wie Feuerwehr, Polizei, Johanniter, Kita oder Blaulichtmuseum, um nur ein paar Beispiele zu nennen.