Seehausen l Im Sommer fürchteten die Seehäuser Katholiken noch um die Zukunft der Sankt-Johannes-Baptist-Kirche. Das Bistum Magdeburg ließ Pläne verlauten, das nördlichste Gotteshaus des Einzugsgebietes aufzugeben. Heißt, den Backsteinbau perspektivisch zu entweihen sowie samt Gemeinde- und Pfarrhaus zum Verkauf anzubieten. Der Grund lag für die Kirchenverwaltung mit dem Schrumpfen der Glaubensgemeinde und der Frequentierung der Gottesdienste durch aktive Katholiken auf der Hand.

Doch möglicherweise ist an der Winckelmannstraße sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinn noch nicht die letzte Messe gesungen. In den vergangenen Wochen gab es offenbar Gespräche mit Vertretern des Bistums und der Stendaler Pfarrei St. Anna, die dem scheidenden Pfarrer Richard Perner in Osterburg und den Katholiken der Alandstadt, aber auch deren Unterstützern große Hoffnung machen.

Gespräche, die längst überfällig waren, und die nicht nur der Seelsorger, sondern auch Ralph Netal, einer der aktivsten Kirchgänger, angenehm in Erinnerung haben. Was neben dem Austausch der unterschiedlichen Positionen auch daran liegen mag, dass die Seehäuser nicht als Bittsteller im Ordinariat Magdeburg vorsprachen, sondern weil sich die Kirchenverwaltung auf in den Norden machte, um mit den Gläubigen vor Ort zu reden. Wozu auch Bausachverständige zählten, die sich davon überzeugten, dass sich die Kirche in einem guten Zustand befindet.

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Entscheidung vom Tisch

Demnach ist die für November angepeilte Entscheidung zum Aus des Kirchenstandorts Seehausen erst einmal vom Tisch, jedenfalls so lange mit einander gesprochen wird, zeigt sich Netal überzeugt.

Der Mediziner freut sich in dem Zusammenhang auch über den Zuspruch aus anderen Konfessionen, die in Seehausen Flagge zeigen, und im Zeichen der Ökumene gemeinsam mit den Katholiken Veranstaltungen wie das Martinsfest organisieren oder von Leuten, die der Einladung zu Konzerten (zum Beispiel des Gospelchores) oder den meditativen Taizé-Gebeten folgen. Er ist auch fest davon überzeugt, dass Briefe an den Bischof pro Kirchen-standort Seehausen Wirkung gezeigt haben.

Dass es für die Katholiken vor Ort nicht leichter wird, ist Ralph Netal klar. Und auch, dass es in Osterburg bald keinen Pfarrer mehr geben wird. Aber, so lange es aktive Gemeindemitglieder gibt, die das Leben vor Ort gestalten und nach Wegen suchen, ab und zu eine Messe in Seehausen zu gestalten und die Kirche auch abseits wichtiger Lebensereignisse wie Taufe, Firmung, oder Trauung mit Leben zu erfüllen, sollte man keine Entschlüsse fassen, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen.