Krumke l Mit dem geplanten Ruheforst bei Krumke würde auch die Kirche im Osterburger Ortsteil vermehrt für Trauerfeiern genutzt werden. Deshalb sollte sich das in Eigentum der Stadt befindliche Gotteshaus einer Sanierungskur unterziehen. Darüber informierte Bürgermeister Nico Schulz die Anwesenden bei der Einwohner-Versammlung im Krumker Reitergasthof.

Allerdings gibt es auch kritische Töne. Das vermutliche Plus an Trauerfeiern würde an jenen Tagen ein erhöhtes Verkehrsaufkommen nach sich ziehen. Dennoch wird der von Adrian von Bernstorff geplante Ruheforst von den meisten als positiv bewertet. Der Stadtrat hat diesem Vorhaben bereits zugestimmt, die Hansestadt wird auch per Gesetz Betreiber dieser Alternativform für die Beisetzung im Erdgrab. Die Kommune würde aber bei der Erfüllung der damit verbundenen Aufgaben auf eine eigenständige GmbH (von Bernstorff) zurückgreifen, somit geht die Betreibung des Ruheforstes praktisch auf den Flächeneigentümer und Projektinitiator über.

Ralf Abbas als Geschäftsführer des Graf-Bernstorffschen Forstbetriebes stand den Einwohnern am Dienstagabend im Reitergasthof Rede und Antwort. Stehen Parkplätze für den Besuch der Angehörigen in Nachbarschaft des Ruheforstes zur Verfügung? Man wolle möglichst wenig in die vorhandene Natur eingreifen. Der dorthin führende Weg könnte am Rand mit Naturstreifen befestigt werden, so dass ein Parken problemlos möglich wäre. Wie groß soll der Ruheforst werden? Anfangs ist eine Fläche von vier Hektar geplant, pro Hektar 100 Bäume. Unterschieden wird zwischen Einzel- (für eine Person) oder Gemeinschaftsbiotop (bis zu zwölf Plätzen). Gibt es einen Art Wegweiser durch das Areal? Jeder Baum erhält eine Nummer, die Biotope werden in einen Lageplan eingezeichnet. Es erfolgt eine Anbringung des Namens des Verstorbenen auf einer kleinen Tafel. Von Bernstorff habe mit der Waldbestattung gute Erfahrungen gemacht, betreibt bereits seit 2007 einen Ruheforst bei Gartow.

Die Kommune möchte, auch bedingt durch die steigende Nutzung, in die Kirche investieren. Nico Schulz sprach von einem Sanierungsumfang von rund 180.000 Euro, wobei die Kommune ein Förderprogramm im Blick hat, das eine 75-prozentige Förderung in Aussicht stellt. Arbeiten sind dann außen wie innen geplant.Die Kirche in Krumke ist die einzige in Hand der Hansestadt.

Zur Sprache kamen an diesem Abend unter anderem noch die geplante Sanierung der Friedhofsmauer, der oftmals nicht entfernte Dreck, den die Pferde auf den Krumker Straßen verursachen und Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die Höchstgeschwindigkeit auf der Hauptstraße halten.