Osterburg l Die in der Januar-Sitzung besprochene Idee von einer vierten Stadtfest-Bühne, die Künstlern aus der Region vorbehalten bleiben soll, hat Wolfgang Tramp (Die Linke) nicht mehr losgelassen. Der Chef des Kulturausschusses suchte den Kontakt zur einheimischen Musikszene. Tramp brachte aus dieser Runde mit „dass der Bedarf echt da ist. Und die Leute froh darüber sind, dass es jetzt den Kulturausschuss gibt, der sich um diesen Bereich kümmert.“ Das Interesse an der Wasserstraßen-Bühne zum Stadt- und Spargelfest (8. bis 10. Mai) sei jedenfalls groß. Angefangen bei „Heimklang“, „Electric Muff“, „Blonder“ über Schülerband und Poetry-Slammer aus dem Markgraf-Albrecht-Gymnasium bis hin zu den Solisten Fabrice Walther und Jan Böhme, dazu möglicherweise noch Past und die Band der Kreismusikschule, sieht Tramp eine ganze Riege möglicher Akteure, die die Bühne am Stadtfest-Freitag und vor allem am -Sonnabend mit Leben erfüllen wollen. Weil auch die Zusage für eine Bühne vorliegt und zudem Einigkeit darüber herrscht, dass Bands, Musiker und Künstler durch die Übernahme der Versorgung vor Ort auch ein Stück weit die eigenen Unkosten wieder einspielen können, scheint für den Anfang schon viel geschafft. „Ich bin sehr froh darüber“, so Tramp, der sich im März erneut mit den Musik- und Wortkunstmachern zusammensetzen möchte. Dann soll das Programm-Paket möglichst festgezurrt werden. „Dass der neue Kulturausschuss so schnell Akzente setzt, ist mehr, als ich mir erhofft habe“, reagierte Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler) auf Tramps Informationen. Im Vorjahr hatten sich bereits Osterburgs Händler deutlich stärker in das Fest eingebracht, nun gäben die neuen Planspiele auch einheimischen Kulturmachern zum Stadt- und Spargelfest eine Bühne, freute sich Schulz. „Ich wäre sehr froh, wenn daraus etwas Regelmäßiges wird“, machte er im Kulturausschuss deutlich. Wolfgang Tramp denkt aber längst über das Stadt- und Spargelfest hinaus. So unterstützt der Ausschusschef die Idee, im Sommer open air eine „Offene Bühne“ einzurichten, auf der sich neben Einheimischen auch überregionale Kulturmacher präsentieren könnten. Abseits davon treibt den Ausschuss auch die Überlegung um, im Stadtgebiet Räumlichkeiten zu finden, in denen sich Jugendliche und junge Erwachsene treffen, Musik machen oder auch einfach nur abhängen können. Bernd Riedner (AfD) hat sich den Salzwedeler Club Hanseat und die dort integrierte „Offene Bühne“ angeschaut und viele positive Eindrücke gesammelt. Unbedingte Voraussetzung, etwas Ähnliches in Osterburg aufzubauen, sei aber eine hauptamtliche Stelle. „Jugendarbeit ist ein Full-Time-Job“, unterstrich der Stadtpolitiker. Während Bürgermeister Nico Schulz zusagte, prüfen zu lassen, ob über Förderung, Bundesfreiwilligenjahr oder freiwilliges soziales Jahr personalmäßig etwas zu machen sei, brachte Wolfgang Tramp eine weitere Notwendigkeit ins Spiel. Denn ähnlich wie beim „Vorbild“ Salzwedel bedürfe es auch in Osterburg eines Kulturvereins, „der die Kontakte pflegt und als Ansprechpartner zur Verfügung steht““ Wer sich dafür den Hut aufsetzen würde, bleibt abzuwarten. Bernd Riedner brachte für den Vereinsvorsitz aber schon einmal den Kulturausschuss-Chef ins Spiel. „Das würde auch deshalb gut passen, weil mit Wolfgang Tramp die Verbindung zur Stadtpolitik gesichert wäre“, begründete er. Tramp nahm diese Überlegung zur Kenntnis. „Ich werde darüber nachdenken“, kündigte er an.