Seehausen l Bereits zum vierten Mal dürfen die Seehäuser Grundschüler in dieser Woche Manegen-Atmosphäre erleben. Der Projekt-Zirkus „Hein“ aus Jessen-Seyda (Wittenberg/Lutherstadt) hat dieses Mal seine Zelte am Aland aufgeschlagen.

Mit der Erfahrung der Vorjahre weiß Schulleiter Reinhard Rieger nicht nur den Unterhaltungswert für die Kinder, sondern insbesondere die positiven „Nebeneffekte“ für die Entwicklung der sozialen Kompetenzen der sechs- bis zehnjährigen Mädchen und Jungen zu schätzen. Denn alle Aktionen gehen sowohl in Sachen Geschlecht als auch Alter in gemischten Gruppen als sogenanntes Teamwork über die Bühne beziehungsweise durch die Manege. Da passen die Schüler aufeinander auf, ziehen an einem Strang, auslachen gibt es nicht. Dazu lernen die Kinder, sich an Neues heranzuwagen, tanken vor Publikum Selbstvertrauen, aber auch Disziplin zu wahren.

Letzteres ist anfangs meist ein großes Problem, weil so viele frische Eindrücke über die Schüler hereinbrechen. Davon kann auch René Markus ein Lied singen, der wie seine sechs Mitstreiter bei den Kindern vor allem in den ersten Stunden immer wieder Konzentration mit einem energischen „Pssst“ einfordern muss.

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Aber die Mannschaft um Mariana Warkus, Nachfahre der Zirkusleute, die das Unternehmen 1933 gegründet haben, ist routiniert, und bringt den Schülern geduldig die Welt von Dompteuren, Zauberern, Jongleuren, Akrobaten, Clowns oder Fakiren nahe. So lange, bis kleine Kunststückchen sitzen, die oft spektakulär wirken, aber niemals gefährlich sind. Zumal sichernde Hände immer in der Nähe sind.

Apropos sichernde Hände. Da ist es Reinhard Rieger besonders wichtig, sich nicht nur bei seinen Kollegen für deren Engagement zu bedanken, sondern auch bei Muttis wie Isabel Söde, Doreen Trafnik, Madlen Schlaaf, Manuela Landkron oder Karina Lambert, die mit Ex-Lehrerin Beate Wiehe keine Zeit und Mühen scheuen, die Kinder an zehn Stationen mit zu betreuen. Was auch für die fünf Vatis gilt, die Sonnabend beim Aufbau des Zirkuszeltes geholfen und sich je eine Freikarte verdient haben.

Letztere können sie bei einer der beiden Gala-Vorstellungen einlösen, die für Donnerstag- und Freitagnachmittag angekündigt sind, nach dem Montag und Dienstag trainiert, Mittwoch geprobt sowie Kostüme anprobiert wurden.

Die Vorstellungen am Donnerstag und Freitag beginnen jeweils 15 und 18 Uhr. Der Eintritt pro Erwachsenem beträgt 10 Euro, Kinder zahlen 3 Euro. Willkommen sind nicht nur Eltern und sonstige Angehörige, sondern alle Zirkusfreunde. Der Schulleiter hofft auf große Resonanz. Zum einen als Anerkennung für die Kinder und zum anderem, weil die Einnahmen bei der Projektfinanzierung helfen.