Osterburg l Mit dem anvisierten Umzug des Norma-Marktes an die Kreuzung B 189/Krumker Straße will die Kommune die Versorgung im Osterburger Norden verbessern. Doch das Projekt stößt nicht nur auf Gegenliebe. Das wurde am Montagabend im Bauausschuss deutlich, als Planer Thomas Jansen den Vorentwurf eines Bebauungsplans für das „Sondergebiet großflächiger Einzelhandel“ vorstellte und dabei auch Einwendungen von Einwohnern thematisierte. Dabei, unter anderem auch durch eine Sammlung von 145 Unterschriften getragen, steht vor allem die Sorge im Raum, dass der zusätzlich mit Bäcker und Fleischer angedachte Markt­standort negative Auswirkungen auf das Geschäfts- und Wirtschaftsleben in der Innenstadt haben könnte.

Klaus-Peter Gose (CDU-Fraktion), generell für den Marktstandort im Norden, runzelte beim Blick auf den neuen Fleischer und Bäcker die Stirn. Funktioniere der Markt nicht auch ohne diese neue Konkurrenz für die Innenstadt, fragte er. Er wolle den Teufel nicht an die Wand malen, die Stadt habe in der Vergangenheit aber schon viele kleine Geschäfte verloren, gab er zudem zu bedenken. Wolfgang Tramp, Horst Guse (beide Die Linke) und der sachkundige Einwohner Fabian Rieger teilten diese Sorge. Der Planer zeigte Verständnis, verwies aber auf das eingeholte Gutachten eines Fachbüros, nach dem keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten seien. Davon ist auch Nico Schulz überzeugt. In der Bauausschusssitzung, bei der mit Jennifer Gores auch die Leiterin Entwicklung aus dem Norma Logistikzentrum Mittelelbe in Magdeburg vor Ort war, erinnerte er daran, dass auch andere Märkte in Osterburg entsprechende Angebote unterbreiten. „Und die Einwohner im Norden unserer Stadt freuen sich, wenn dort ein Bäcker und ein Fleischer entstehen“, sagte der Bürgermeister. Der Norma-Markt selbst sei ohnehin keine Neuansiedlung, sondern längst in Osterburg etabliert. Im Vergleich zum bisherigen Platz an der Ballerstedter Straße würde der anvisierte Standort zwar eine größere Verkaufsfläche aufweisen, das Sortiment bleibe aber unverändert.

Die Frage, was in der Perspektive aus dem bisherigen Norma-Marktstandort an der Ballerstedter Straße wird, konnte nicht beantwortet werden. Norma habe sich dort nur eingemietet. Es sei an dem Eigentümer der Immobilie, einen Nachnutzer zu finden, hieß es im Bauausschuss. Angesprochen wurden zudem die Ausgleichsmaßnahmen, die unter anderem für die Bodenversiegelung an der Krumker Straße verwirklicht werden sollen. Dafür könnten unter anderem leerstehende Lagerhallen auf dem früheren ZBO-Gelände zurückgebaut und Boden dort entsiegelt sowie der Natur zurückgegeben werden.

Das abschließende Meinungsbild der Baupolitiker war dann eindeutig. Einmütig empfahlen sie den Vorentwurf des Bebauungsplans zur Abwägng an den Stadtrat weiter. Klaus-Peter Gose enthielt sich als einziger der Stimme.