Seehausen l Die Arbeiten am Neubau der Seehäuser Kindertagesstätte Lindenpark kommen nach wie vor gut und offenbar auch planmäßig voran. Während innen unter anderem die Heizungsbauer, Estrichleger, Putzer und Maler zu tun haben, zeugt von außen die Solaranlage vom Baufortschritt. Die moderne Photovoltaik soll helfen, die Kosten für die energie-intensive Küche zu minimieren.

Mit Matschecke

In der jüngsten Sitzung von Sozial- und Bauausschuss nannte Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) mit April das erste Mal einen möglichen Übergabetermin. Allerdings bekräftigte er in dem Zusammenhang, dass dann nicht nur der Neubau bezugsfertig, sondern auch das Außengelände in großen Teilen nutzbar sein soll. Alles andere sei wenig sinnvoll. Vor allem nicht, wenn jeder Gruppenraum mit einer kleinen Terrasse und einem Zugang zu den Freiflächen ausgestattet sei, die dann vielleicht nicht genutzt werden könnten.

Großes Engagement

Dass Rüdiger Kloth inzwischen beide Projekte parallel so eng verzahnt voranbringen will, liegt ohne Zweifel am großen Engagement von Erziehern, Eltern sowie Kindern und am Fortschritt der Planungen von Anja Oppor (wir berichteten). Die Landschaftsarchitektin hat mit Zuarbeit der Kita vorbehaltlich eines endgültigen Projektes inzwischen einen Lageplan zu Papier gebracht, der neben den künftigen Nutzern auch in der Verbandsgemeinde als Trägerin der Kinderbetreuung auf positive Resonanz stieß. Der Verbandsgemeindebürgermeister stellte die Pläne jetzt in den Fachgremien vor.

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Ohne die üblichen Spielgeräte

Wichtigste Erkenntnis: Das Areal, das auch den ehemaligen Spielplatz der Hansestadt und den Innenhof zwischen Alt- und Neubau mit einbezieht, soll zum größten Teil ohne die üblichen Spielgeräte auskommen und vor allem durch seine Modellierung, robuste Bepflanzung, sonnige und schattige Ecken, Rückzugsmöglichkeiten sowie Naturmaterialien attraktiv für Beschäftigung, Bewegung beziehungsweise Erholung sein. Geplant sind zum Beispiel ein Baumhaus, ein Weidentipi, ein Kletter- parcours und ein Bereich für Bewegungsspiele. Überdies ist an einen Festbereich mit Pergola und ein kleines Amphitheater gedacht. Auch eine von den Kindern besonders gewünschte Matschecke mit Wasserpumpe ist vorgesehen.

Alles wird mit der Inbetriebnahme des Neubaus sicher noch nicht fertig sein können, aber das meiste. Die künftige Hol- und Bringzone am derzeitigen Küchentrakt wird sich auf jeden Fall hinten einreihen müssen. Restflächen könnten auch später noch für die Begrünung abgezäunt werden, so Kloth, der momentan von Kosten um die 100 000 Euro und gut angelegtem Geld ausgeht.

Nachdem die bisherigen Ausschreibungen für den Neubau unter den Plänen blieben, ist er optimistisch, dass die Finanzen auch für den Spiel- und Abenteuerplatz reichen. Bei den derzeitigen Zinsen würde er vorbehaltlich der Zustimmung des Verbandsgemeinderates im Fall der Fälle sogar eine Finanzierung nicht ausschließen wollen.

Insgesamt und inklusive der Stark-V-Zuschüsse in Höhe von 1,2 Millionen Euro stehen etwa 2,2 Millionen Euro für das Kita-Projekt im Lindenpark zur Verfügung. Die Fördermittel sollten noch bis Ende des Jahres abgerechnet sein. Falls es zu Schwierigkeiten kommen sollte, haben die Zuschussgeber aber angesichts der Corona-Pandemie schon signalisiert, dass eine Verlängerung möglich wäre.

Wie weit das Geld nach der Inbetriebnahme der neuen Betreuungsstätte für die Sanierung des Plattenbaus aus DDR-Zeiten reicht, darüber will derzeit noch niemand spekulieren, weil zu viele Überraschungen auf die Bauherren warten könnten.