Tiere

Möllendorf führt die Bilanz bei den Jungstörchen an

Mit dem Fahrrad dreht der Goldbecker Klaus Herms regelmäßig seine Runden zu den Storchenhorsten der Umgebung. Wie siehts um den Nachwuchs aus? Die Bilanz fällt in den einzelnen Orten sehr unterschiedlich aus. Möllendorf führt die interne Liste an.

Von Ingo Gutsche 06.08.2021, 14:33
Das Storchennest in Möllendorf: Das dortige Paar sorgte für Nachwuchs: Drei von vier Jungstörchen sind flügge geworden.
Das Storchennest in Möllendorf: Das dortige Paar sorgte für Nachwuchs: Drei von vier Jungstörchen sind flügge geworden. Ingo Gutsche

Goldbeck - Es gab schon bedeutend bessere Jahre für den Weißstorch-Nachwuchs in Orten um Goldbeck. Den Spitzen-Wert hält in diesem Jahr Möllendorf, wo drei Tiere flügge geworden sind. Auch in Bertkow, Eichstedt und Groß Schwechten zählte Horst-Betreuer Klaus Herms Jungstörche. Dagegen gehen die Standorte Goldbeck, Baben und Klein Schwechen in diesem Jahr leer aus.

Klaus Herms hat schon seit vielen Jahren die Storchen-Horste seiner Umgebung im Blick. Vor 30 Jahren erhielt er einen Anruf aus Stendal von der Unteren Naturschutzbehörde, ob er die Aufgabe als Betreuer übernehmen würde. Der Goldbecker, der seit seiner Geburt und damit seit 78 Jahren in seinem Wohnhaus an der Bertkower Straße beheimatet ist, überlegte nicht lange. Die heimische Natur- und Tierwelt liegt ihm am Herzen. Zu DDR-Zeiten gehörte er der Goldbecker Ortsgruppe für Ornithologie an. „Unter anderem waren wir für die Wasservogelzählung an der Elbe von Rosenhof bis Berge verantwortlich“, blickt er zurück. Herms erinnert sich auch an die Ausweisung des Gebietes an der Alten Elbe zwischen Kannenberg und Berge als Naturschutzgebiet. „Das war 1978.“

Ist der Horst besetzt? Wieviele Jungen werden flügge? Diese Fragen stehen bei seinem Aufgabengebiet im Mittelpunkt. Seine Touren in die benachbarten Dörfer dreht er mit dem Rad – „das hält fit“. Welcher Standort an der Reihe ist, entscheidet der rüstige Senior spontan. Mit dabei hat er auf alle Fälle stets das Fernglas, um genau zu erkennen, was sich in den Horsten tut.

In Goldbeck tat sich in diesem Jahr nichts. Das Storchennest in der Nähe des Getränkemarktes war nicht besetzt. Wie bereits im vorigen Jahr, als sich die Tiere „im Kampf um den Ort bekriegt haben“. Eines Tages vernahm der Goldbecker in der Nähe seines Wohnhauses das Klappern von Störchen. Er sah ein vermutliches Brutpaar. Allerdings zerschlug sich die Hoffnung, es gehörte nicht nach Goldbeck.

Besetzt war der Horst am Ortsausgang in Richtung Petersmark/Möllendorf in Klein Schwechten. Der erhoffte Brut-Erfolg ist jedoch ausgeblieben. Auch in Baben schaute Klaus Herms, der 35 Jahre als Schiedsrichter aktiv war und 2009 sein letztes Spiel, ein Kreispokalendspiel leitete, regelmäßig vorbei. Das Weißstorchenpaar bekam Nachwuchs. „Von den beiden Jungen ist keines groß geworden“, zieht der Betreuer ein ernüchterndes Fazit vom an der Feuerwehr in Baben gelegenen Storch-Standort. Für Bertkow konnte er hingegen ein positives Ergebnis vermelden. Das jedes Jahr wiederkehrende Pärchen, das sich an der Kirche des Ortes wohl fühlt, ist für ein junges Duo verantwortlich. Im vergangenen Jahr konnte er sogar vier Jungstörche in Bertkow beobachten. Übrigens weiß er, dass die Vögel schon weite Distanzen für die Nahrungsbeschaffung in Kauf nahmen. „Teilweise bis zur Elbe“, schätzt der 78-Jährige ein. Ein Anzeichen seien die größeren Abstände beim Füttern.

Ein Trio ist in Möllendorf flügge geworden. Das ist in diesem Jahr der Bestwert für die von Klaus Herms betreuten Standorte. Allerdings waren es sogar vier Jungstörche in dem Uchtedorf. Herms schätzt ein, dass das schwächste Tier nicht überlebt hat. In Eichstedt wurde längere Zeit kein Nachwuchs entdeckt – er später konnte er einen jungen Weißstorch im Nest sehen. Sein Vorteil: Er erhält als einziger die von seinen Eltern herangeschaffte Nahrung.

Klaus Herms aus Goldbeck hält in seinen Aufzeichnungen vieles über die Störche in der Umgebung fest.
Klaus Herms aus Goldbeck hält in seinen Aufzeichnungen vieles über die Störche in der Umgebung fest.
Foto: Ingo Gutsche