Rochau l Dirk Zeidler war eigentlich sehr optimistisch. Neben Rochaus Problem mit dem Weggang der Allgemeinärztin galt die Sache mit dem Dorfkonsum auf jeden Fall lösbar. Nun aber naht der 30. Juni, an dem Konsumpächterin Beatrix Wüst den Laden aufgibt und ein Nachfolger ist nicht in Sicht. „Es gab zwar Gespräche, aber daraus wurde nichts.“ Woran lag‘s? „Vermutlich an der Angst vor der Selbstständigkeit“, so Zeidler am Donnerstag.

Einmal mehr betonte er, dass für den Konsum samt Poststelle auf jeden Fall Bedarf da ist. „Der Laden lief ja.“ Beatrix Wüst gab nach vier Jahren der Selbstständigkeit Krankheitsgründe für ihre Entscheidung an. Und dass sie sich als Alleinkämpferin im Laden mitunter überfordert sah. Vielleicht ist es also ratsam, wenn der oder die Neue noch eine Hilfe in der Hinterhand hat. Aber wie gesagt: „Am Umsatz lag‘s nicht“, so Zeidler.

Bürgermeister wie Gemeinderat könnten sich auch gut vorstellen, dass der Konsum um einen Imbiss erweitert wird. „Es gibt ja in Rochau selbst keine Gaststätte mehr.“ Jedenfalls sei der Gemeinderat offen für Vieles. Bedingung sei jedoch, dass die Poststelle mit geführt wird. Sie schließt nun zunächst zum 22. Juni, „aber sie wollen sofort weitermachen, wenn der Konsum wieder öffnet“, so Zeidler. „Das habe ich schriftlich.“

An der Existenz des Dorfkonsums hängt am Ende auch jene des Geldautomaten: Ohne Konsum heben nebenan auch weniger Leute Bares ab. Dabei ist die Gemeinde froh, dass sie nach Schließung der Volksbankfiliale wenigstens noch einen Geldautomaten vorhalten kann. Gerade für Ältere.

Dennoch: Der Blick nach vorne lohnt. Auch in Richtung Autobahn, von der Rochau künftig nur 800 Meter entfernt liegt. Und die dem Dorfkonsum (mit Imbiss) sicherlich zuträglich wäre. Die Gemeinde verpachte die Räumlichkeiten zu sehr günstigen Konditionen. So ist Zeidler optimistisch, dass doch bald jemand aufs Pferd aufspringt. Interessenten können sich direkt bei ihm unter Telefon 0171/6 80 67 40 melden.