Seehausen l Als die Stadt Seehausen im vergangenen Jahr im Rennen um Zuschüsse durch einen Fördermittelantrag für die Erneuerung des Waldbades über das Bundesprogramm zur „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ für besonders finanzschwache Kommunen wieder einmal den Kürzeren zog, war auch klar, dass Aufgeben keine Option für die Träger und Förderverein ist (wir berichteten). Das bekräftigten die Mitglieder des Stadtrates in ihrer Sitzung am Donnerstagabend, als sie einstimmig einen weiteren Versuch im selben Programm beschlossen, das jetzt für den Investitionszeitraum von 2021 bis 2025 neu aufgelegt wird.

1,55 Millionen Euro Bedarf

Obwohl sich die Politik bislang immer schwer damit tat, die Einrichtung eindeutig einem bestimmten Schwerpunkt (zum Beispiel Sport, Tourismus, Freizeit) und damit einer gewissen Ressort-Zuständigkeit zuzuordnen, scheint dieses Programm immer noch die größten Chancen auf Zuschüsse zu bieten.

Die Höhe der Förderung wird wieder 90 Prozent der Investitionskosten betragen, die für das Waldbad mit 1,55 Millionen Euro beziffert werden. Den zehnprozentigen Eigenanteil könnte die klamme Stadt in vier Jahresscheiben mit Hilfe der Investitionspauschale ansparen, so der Vorschlag von Wirtschaftsförderin Lisa Weigelt in der Beschlussvorlage.

Nach der rund 300 Millionen Euro schweren Auflage des Programms im vergangenen Jahr sollen im Rahmen der zweiten Etappe bis zu 400 Millionen Euro für die Kommunen und deren Projekte zur Verfügung stehen. Für die erste Vergaberunde müsste die Stadt nicht einmal eine neue Projekt-Skizze einreichen. Wobei mit Skizze keine Zeichnung, sondern eine kurze Beschreibung des Vorhabens gemeint ist, das in dem Fall neben der Sanierung des Beckens und der Filteranlage unter anderem barrierefreie Zugänge für Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich sowie eine Wasserrutsche und einen Fünf-Meter-Sprungturm vorsieht. Denn in die erste Wertungsrunde, die noch in diesem Monat über die Bühne gehen soll, kommen die Projekte, die 2019 nicht berücksichtigt wurden. Etwa 1100 Kommunen hatten damals eine Ab- und nur knapp 200 eine Zusage bekommen. Für die zweite Vergabeetappe muss Seehausen das Vorhaben indes neu beschreiben und begründen. Die Antragsfrist endet auch schon am 30. Oktober. Dass die Hansestadt in finanziellen Nöten ist, dürfte inzwischen ebenso wenig schwer zu belegen sein wie der Sanierungsbedarf von Schwimmbecken und technischer Ausstattung.

Vereinsarbeit würdigen

Was in dem Bewertungssystem offenbar keine Rolle spielt, sind die Kraftakte zur Beckenreparatur, mit denen der engagierte Förderverein der Kommune jedes Jahr unter die Arme greift, damit die nächste Saison - 2021 wäre es die 84. – überhaupt wieder stattfinden kann. Das sollte aber der altmärkische Noch-Bundestagsabgeordnete Eckhard Gnodke (CDU) bei seinem Einsatz für die finale Verteilung der Zuschläge im Hinterkopf behalten.