Veranstaltung lockt bei herrlichem Sommerwetter zahlreiche Besucher an

Neptuns Häscher machen Jagd auf Taufunwillige

Seehausen (apu). Bei schönstem Sommerwetter fand am Mittwochnachmittag in Seehausen das Waldbadfest statt. Die Veranstaltung lockte zahlreiche Besucher an. Vor allem die Kinder kamen auf ihre Kosten. Auf sie warteten Spiele im Wasser und an Land und Attraktionen wie eine große, aufblasbare Rutsche.

Die Organisatoren haben den Wetterbericht genau studiert. Denn Mittwoch war tatsächlich der sommerlichste Tag dieser Woche. Blauer Himmel und Temperaturen um die 27 Grad lockten ins Waldbad. Gestern war es bereits wieder vorbei mit dem kurzen Gastspiel des Sommers.

Höhepunkt beim Waldbadfest war ohne Zweifel der Besuch von Neptun und seinem Gefolge. "Blubb, blubb, Blubb!", begrüßte der Herrscher der Meere die Badegäste über die Lautsprecheranlage. "Blubb, blubb, blubb", ging seine Ansprache weiter. Schwimmmeistergehilfin Martina Peters übersetzte: "Ich bin gekommen, mein Volk zu vergrößern." Und los ging es. Neptuns Häscher konnten es kaum erwarten, sich auf die Jagd nach Taufunwilligen zu machen. Einige der Aufgerufenen ergaben sich freiwillig in ihr Schicksal, andere jedoch nicht. Die kleine Selina zum Beispiel machte es den um Jahre älteren Jungen alles andere als leicht. Ebenso Sophie. Erst nach einer fast kompletten Runde um das Schwimmbecken konnten die um zwei Köpfe größeren Häscher das Mädchen packen. Ganz und gar erfolglos blieben Neptuns Bedienstete bei Steffen Klaus. Der offensichtlich topfitte Handballer der SG Seehausen rannte den Häschern davon, begab sich dann aber freiwillig zur Taufe.

Die Prozeduren nahmen ihren gewohnten Lauf: ärztliche Untersuchung, Einseifen, Rasur mit Riesenskalpell, Kostprobe des Neptuntranks, eine unsanfte Dusche mit kaltem Wasser aus dem Eimer und ein kräftiger Stoß beziehungsweise freiwilliger Sprung ins Becken. Natürlich wurden auch die neuen Namen offiziell verkündet. So heißt Sophie nun "Saure Seegurke", Maurice "Robuster Rochen", Justin "Schmieriger Seetang" und so weiter. Alle Täuflinge erhielten im Anschluss ihre Namensurkunden.

Auch sonst hatte das Waldbadfest viel zu bieten. Besonders freuten sich die Kinder über die große Rutsche mitten im Schwimmbecken. Dafür, dass auch einige der wasserscheuen Besucher eine Abkühlung abbekamen, sorgte die Feuerwehr Seehausen, die mit einem Löschfahrzeug vor Ort war. Mit Hilfe der ans Auto montierten Spritze erzeugten die Kameraden ab und an eine riesige Fontäne. Der Wind trieb einen Teil des in die Luft gespritzen Wassers auch über das Gelände. Auch Spiele hatte die Feuerwehr mitgebracht. Gern genutzt wurde die Wurfmaschine, bei der es darauf ankommt mit dem Ball eine Zielscheibe zu treffen, die dann eine Mechanik auslöst, welche dem Werfer wieder einen Ball entgegen schleudert, den es zu fangen gilt. Zu gewinnen gab es dabei Negerküsse. Betreut wurden die Spielangebote von Angehörigen der Jugendwehr. "Die Seehäuser Feuerwehr unterstützt uns seit Jahren bei der Ausrichtung unserer Waldbadfeste. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle einmal herzlich bedanken, besonders bei Ralf Näbsch für die gute Zusammenarbeit", so der Objektbetreuer des Waldbades, Axel Weigelt.

Anklang fanden auch die anderen Spielangebote, beispielsweise Wettrennen mit Luftmatratzen im Wasser oder auch "Klassiker" wie Sackhüpfen und Eierlaufen. Deutlich ruhiger ging es am Stand des IB-Jugendfreizeitzentrums Seehausen zu. Dort ließen sich vor allem Mädchen von Mitarbeiterin Silvia Jörke mit bunten Farben zu phantasievollen Geschöpfen schminken.