Neue Anlage nicht nur für die Gemeinde

Zur Heizperiode 2014 soll die noch zu errichtende Biogasanlage in Goldbeck in Betrieb gehen. Auch Haushalte des Uchteortes können dann von der aus regenerativen Energien stammenden gelieferten Wärme profitieren.

Goldbeck l Das im kommenden Jahr in Goldbeck errichtete Nahwärmenetz, das Energie größtenteils aus der noch zu bauenden Biogasanlage liefern soll, ist nicht nur für die kommunalen Gebäude bestimmt. Jedoch kann die Anlage der aus zwei Gesellschaftern gebildeten GmbH nicht den gesamten Ort und damit höchstwahrscheinlich nicht alle Interessenten und deren Wohnraum mit Wärme versorgen. Dennoch ist es möglich, in anschließenden Bauphasen eine Erweiterung zu erreichen.

Goldbecks Bürgermeister Torsten Dobberkau begrüßte bei der Ratssitzung am Montagabend Volker Seela von der "elbe Bioenergie" aus Stendal.

Unabhängig von großenEnergie-Dienstleistern

Als Planer informierte er über das Nahwärmenetz-Projekt im Uchteort, das im kommenden Jahr die nötige Energie vom Gelände der ehemaligen Zucherfabrik aus liefern soll. Auf deren Standort planen zwei Investoren den Bau einer Biogasanlage und einer Holzhackschnitzel-Heizung. "In diesem Jahr wollen wir das Gelände planungsreif machen. Mit der Baugenehmigung rechnen wir dann im Frühjahr 2014", gab Seela Auskunft.

Die Wärme entsteht dann zu "100 Prozent aus regenerativer Energie". Den Vorteil dieser Art der Wärmegewinnung, sich von größeren Energieunternehmen unabhängig zu machen und letztendlich auch den einen oder anderen Cent zu sparen, wollen auch einige Goldbecker Bürger ausnutzen.

Jedoch besteht derzeit nur der Plan für eine Trasse: Vom Areal der ehemaligen Zuckerfabrik geht sie über die Bertkower Straße, über den Katzensteig, über die Ackerstraße und endet an der Goldbecker Sekundarschule. Bürger, die in jenen Straßen wohnen, können profitieren. "Gezwungen wird keiner."

Dass mit der ersten Bauphase jedoch nicht Schluss sein muss, machte Seela bei dem Treffen, dem auch einige Goldbecker Bürger beiwohnten, deutlich. "Das Netz ist erweiterungsfähig." Bereits beim Bau der Hauptstrecke würden Abzweigungen in andere Straßen berücksichtigt. Die neue Anlage hat eine Wärmeleistung von 800 Kilowatt. Beim jetzigen Planungsstand ist eine Erweiterung bis auf 1500 Kilowatt möglich, informierte der Planer.

Interesse in derBevölkerung ausloten

Friedrich Nehls regte als Einwohner an, das Interesse in der Goldbecker Bevölkerung auszuloten, um optimaler planen zu können. Die Gemeinde werde sich demnächst bei den Haushalten melden. Doch "irgendwann ist die Anlage ausgelastet", informierte Seela. Für die Bewohner westlich der Bahnanlagen bestünden nur wenige Chancen, von dem neuen Wärmenetz zu profitieren.

Die Biogasanlage wird größtenteils mit Wirtschaftsdünger (Rindermist) eingespeist. Das wird zu rund 70 Prozent der Fall sein. Jenes Substrat gelangt von einem Landwirtschaftsunternehmen aus Hohenberg-Krusemark nach Goldbeck. Weiterhin wird Energie aus nachwachsenden Rohstoffen (Gülle und Mais-Silage) gewonnen. Angeregt wurde die Gemeinde durch den Landkreis, der als Träger der örtlichen Sekundarschule deren veraltete Heizungsanlage auf den neuesten Stand bringen will. Die Biogasanlage soll dabei helfen. Sie wird dann neben dieser Einrichtung, der Sporthalle und der Kindertagesstätte "Regenbogenland" auch die kommunalen Wohnblöcke mit Wärme versorgen. "Wir versuchen, eine hohe Anschlussdichte herzustellen." Also sind dann auch private Haushalte in den genannten Straßen willkommen. Als zweiter Gast war Kay Lindemann, Betriebsleiter des Arneburger Infrastrukturbetriebes anwesend. Er sprach ebenso "von anderen Möglichkeiten", die sich mit dieser Wärmegewinnung ergeben und bezog sich auf die Unabhängigkeit gegenüber Energieversorgern. Eine Info-Veranstaltung soll demnächst einberufen werden.