Osterburg l Mit einem Wort „einwandfrei“. So schätzte Obsthändler Meinhard Jüstel den neuen Standort des Osterburger Wochenmarktes am Donnerstag ein. „Der Hilligesplatz ist wesentlich besser, bequemer, angenehmer“, sagte der Rosenhofer. Vor einem halben Jahr ist der Wochenmarkt vom Areal zwischen Stadtpassage und Parkplatz Lindenstraße wieder in die Breite Straße gezogen, Meinhard Jüstel könne für sich sagen, dass er seither 30 bis 40  Prozent mehr Umsatz macht. Der Osterburger Rainer Schulz, der selbst gerne auf dem Markt einkauft, pflichtete Jüstel bei: „Der Markt gehört hierher. Was das für ein Gebrechen war, bis er wieder hier war. Es hieß, die Autos wären zu schwer. So ein Markt muss doch dafür ausgelegt sein.“

Die Stadt Osterburg hatte den Händlern im Rahmen der Stadtsanierung den vermeintlich auf dem Weg liegenden neuen Platz zwischen Passage und Parkplatz Lindenstraße extra hergerichtet. Es stellte sich jedoch heraus, dass er sich weniger gut eignet, die Händ- lerzahl wurde geringer, schließlich lenkten die Stadtväter ein. Gut so, sagte am Donnerstag auch Wolfgang Bahlke, der mit seinen frischen Waren aus seinem Garten in Blankensee auch von der Laufkundschaft profitiert. „Petersilie oder Blumen gehen hier eher weg“, sagte er.

Alles auf einem Weg erledigen

Für Carsten Gruhn vom gleichnamigen Textilhandel aus Stendal hat sich den Umsatz betreffend nichts geändert. „Ich habe nur Stammkunden, meine 20 Leute kamen zum alten Standort und sie kommen auch hierher. Aber für die Händler mit frischer Ware ist es jetzt viel besser“, sagte er. Anneliese Winter, eine seiner Stammkundinnen, findet es jetzt trotzdem schöner. „Es ist viel bequemer, gerade für die Älteren, man kann alles auf einem Weg erledigen.“ Die 300 oder 400 Meter bis zum alten Marktstandort hätten für viele, gerade Ältere, sehr wohl einen Unterschied gemacht.

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Ein Manko aber habe auch dieser Standort, sagt Carsten Gruhn. „Es fehlt uns hier immer noch eine öffentliche Toilette.“ Gerade jetzt, da im Rahmen der Corona-Eindämmungsverordnung nicht alles geöffnet hat, gestalte sich das Auf-die-Toilette-gehen noch schwieriger.

Ein Dixiklo für den Übergang?

Ob die Stadt für die Zeit ein Dixiklo zur Verfügung stellen könnte? So fragte Gruhn, der die Atmosphäre unter den Händlern in Osterburg sehr schätzt.

Das tut auch Markthändler Horst Moritz aus Polkau, der sich ebenso glücklich über den neuen alten Standort zeigt. Am Donnerstag hatte er eine Überraschung für Kundin Ute Beninde parat. Dass sie nicht nur für sich selbst bei ihm Eier kauft, sondern auch noch für Menschen, die zeitlich oder gesundheitlich nicht zum Markt kommen können, war ihm eine Anthurie als Dankeschön Wert. „Mensch, der Moritz, der hat was drauf“, sagte Ute Beninde, die für diesen Dienst mit ihrem Fahrrad eigentlich nichts haben wollte. „Das ist doch selbstverständlich“, sagte sie. „Nein, ist es nicht“, sagte er.