Büttnershof l Das Orion-Wohnmobil von Max und Ellen Nickel hat auch innen so etwas wie ein „Corporate Design“. Alles ist in Blau, Beige, hell gehalten. Die Kissen, die Vorhänge, der Lampenschirm. Das Ehepaar aus Eckernförde besitzt das Schmuckstück mit Baujahr 1972 seit 25 Jahren, da war einige Zeit zum Basteln, sogar die Garderobe ist von innen beleuchtet, jeder kleinste Raum praktisch ausgenutzt. Die Nickels waren mit dem Gefährt bereits bis an die syrische Grenze, „und auf dem Nordkap war unser Orion auch schon“.

Am Pfingstwochenende steht das betagte Gefährt im Gutspark Büttnershof und mit ihm weitere aus dem „Suleica-Orion-Club“, der sich genau vor 30 Jahren an Pfingsten gegründet hat und aktuell rund 130 Mitglieder zählt. 40 davon haben für Büttnershof ihr Kommen zugesagt, gar Mitglieder aus der Schweiz kommen an die Elbe. „Sie sind im strömenden Regen über die Grenze gefahren“, so Max Nickel.

Die Devise für die Pfingsttreffen lautet eigentlich: immer wieder woanders hin. In Büttnershof aber weilen die Orions und Suleicas nach ihrem Treffen 2000 schon das zweite Mal. Das liegt zum Einen daran, dass es schwer sei, für so viele Wohnmobile ein Plätzchen zu finden. Und zum anderen daran, dass Ellen Nickel mit Mädchennamen Prüfert heißt, die Schwester des Gutshausbesitzers Bernd Prüfert ist. Für sie ist der Ausflug deswegen auch ein kleines Familientreffen. Ohnehin sind bereits drei Generationen der Familie mit dem Wohnmobil-Fieber angesteckt – und auch in Büttnershof anwesend.

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Was ist die Faszination? Max Nickel, der im Club der Kassenwart ist, sagt „die Form“. Die Form der Oldtimer, aber auch das Beisammensein einfacher Art. „Wir wollen gar keinen Luxus.“ Mit Hightech-Mobilen könne man dem Club gestohlen bleiben. Es sei ja genau genommen auch kein Camping im klassischen Sinne mehr, wenn jemand ein Haus durch die Gegend fährt. Davon ab haben die Nickels längst die Erfahrung gemacht, „dass die Leute auf Campingplätzen vor unseren Wohnmobilen stehenbleiben, nicht vor den großen, neuen“. Da sie aus GFK gefertigt sind, aus glasfaserverstärktem Polyester, rosten die Oldtimer auch nicht, wenngleich man ohne Lenkhilfe am Steuer auch ordentlich Kraft braucht. Dass alles klein und beschaulich ist, gehört zum Programm. Reduktion ist das Zauberwort. Und trotzdem oder gerade deswegen ist das Old-School-Camping so schön.

An diesem Sonntag von 13 bis 18 Uhr erzählen die Besitzer der Suleicas und Orions gerne mehr darüber. Neugierige sind herzlich willkommen!