Wohnbebauung

Osterburg: Investoren kündigen an den Werderwiesen das „grünste Baugebiet der Altmark“ an

Bei ihren Plänen um ein neues Wohnquartier an den Osterburger Werderwiesen stoßen Matthias Lenz und Glen Maurer auf starken Gegenwind. Die Unternehmer wollen auf die Kritik eingehen und kündigen Änderungen an.

Von Nico Maß
Glen Maurer (links) und Matthias Lenz planen an den Werderwiesen in Osterburg ein neues Baugebiet.
Glen Maurer (links) und Matthias Lenz planen an den Werderwiesen in Osterburg ein neues Baugebiet. Foto: Nico Maß

Osterburg - Matthias Lenz und Glen Maurer haben die schräg hinter der früheren Projektierung Landbau Osterburg und am Schwarzen Weg gelegene Fläche schon lange im Kopf. „Sie liegt schön, ist stadtnah und nicht zuletzt im Entwurf des Flächennutzungsplans für Wohnbebauung vorgesehen“, begründet Maurer. Ein Filetstück eben, das für die Unternehmer so richtig aktuell wurde, als sie ihre Wohnbau-Investition auf dem Drescherhof Osterburg abgeschlossen hatten.

Die Planspiele für das Gelände an den Werderwiesen schienen anfangs auch wie am Schnürchen zu laufen. Lenz und Maurer sicherten sich die Grundstücke, auch die Finanzierung stehe. Und im Herbst 2020 passierte der Antrag zum Aufstellen eines Bebauungsplans für das Quartier problemlos den Osterburger Stadtrat. Lenz, selbst im Stadtrat und zugleich Bauausschussvorsitzender, blieb aufgrund seiner Befangenheit bei Diskussion wie Abstimmung außen vor.

Aufgrund einer Änderung, die sich als gravierend erweisen sollte, lag der Antrag zur Aufstellung eines Bebauungsplans aber nur wenige Wochen später erneut auf dem Tisch der Stadtpolitiker. Weil sie sich mit dem Eigentümer eines im südlichen Bereich des potenziellen Baulandes gelegenen Grundstückes nicht einig wurden, mussten die Investoren ihr Plangebiet verkleinern. Zugleich fiel die Anbindung des Areals an die Bismarker Straße weg. Die bis dahin angedachte verkehrsmäßige Erschließung von der Bismarker Straße aus sei somit hinfällig gewesen. Dafür rückte der Ausbau eines Teilstückes des Schwarzen Weges ins Blickfeld. Wieder, betont Lenz. „Denn das hatten wir auch ursprünglich so geplant“, fügt er hinzu.

Anwohner aber reagierten alarmiert auf diese Überlegungen. Sie sorgen sich, dass dort ein Stück Naherholung verloren geht. Der Schwarze Weg sei ein beliebter Spazierweg, der zu einem Rundkurs entlang der Werderwiesen und Biese gehört und nicht durch einen Straßenbau zerstört werden dürfe, argumentieren sie. Dass die Investoren fast zeitgleich zum Bekanntwerden ihrer Pläne für den Schwarzen Weg auf dem mutmaßlichen Bauland Bäume fällten und Hecken beseitigten, ließ die Wogen noch höher schlagen. Zumal es sich um ein Biotop handelte.

Unternehmer bedauern voreiliges Handeln

„Da waren wir zu voreilig“, bedauert Lenz. Dass sie dort ein Biotop aus dem Weg räumten, sei ihnen aber nicht bewusst gewesen. Das nach dem Kahlschlag von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises verhängte Bußgeld sei bereits bezahlt, die Höhe wollen sie nicht nennen. Auch die weiteren Auflagen, das Biotop an einer anderen Stelle neu entstehen zu lassen sowie zusätzlich Anpflanzungen vorzunehmen, haben die Investoren akzeptiert und nach eigenen Angaben zum Teil bereits umgesetzt. So seien am Weg zwischen Krumke und Schliecksdorf Bäume angepflanzt worden. Und für das neue Biotop wäre schon die nötige Fläche vorhanden.

„Auch die Befürchtungen der Bürger um den Schwarzen Weg nehmen wir sehr ernst“, sagt Lenz. Als Reaktion auf die Kritik habe man sich eine Kompromisslösung überlegt, mit der der Spazier-Rundkurs erhalten bleiben könnte. So soll das rund 120 Meter lange und etwa sechs Meter breite Weg-Teilstück von der Wiesenstraße bis zur Einfahrt ins Quartier nur auf einer Breite von 3,50 Meter zur Straße ausgebaut werden. Um die Versiegelung in Grenzen zu halten, ziehen Lenz und Maurer in Betracht, als Material versickerfähiges Pflaster einzusetzen. Nach den Vorstellungen der Investoren soll die Strecke nur im Schritttempo (maximal 10?km/h) befahren werden.

Abseits der Straße und per Hochbord von der Fahrbahn getrennt, bleiben die übrigen 2,50 Meter des Weges Fußgängern vorbehalten. Dort könne alles bleiben wie bisher. Das gelte auch für die Bäume. „Die Bäume fassen wir nicht an“, sagt Maurer.

Jedes Grundstück bekommt eigenes Biotop

Die Unternehmer sichern Rücksicht auf die Umwelt zu. Das gelte ebenso für das neue Quartier, „wir planen dort das grünste Baugebiet der Altmark.“ Sämtliche Häuser sollen mit Fernwärme und Breitband versorgt werden. „Für jedes Wohngrundstück ist ein eigenes Biotop in Form einer Hecke sowie eine Wallbox (Ladestation für E-Autos) angedacht“, erklärt Maurer weiter.

Auf den 19 Grundstücken sollen rund 27 Wohneinheiten entstehen. Die Grundstücke sind etwa 500 bis 1000 Quadratmeter groß. Vorwiegend seien Einfamilienhäuser geplant. Diese könnten sich vom Aussehen her deutlich unterscheiden, machen Lenz und Maurer deutlich. Zwar bieten die Investoren Bauleistungen an. Es bleibe aber den Käufern der Grundstücke überlassen, wie sie ihren Traum vom eigenen Haus verwirklichen.

Ihre Überlegungen zu Weg und Wohngebiet wollen Lenz und Maurer Kritikern und Stadträten selbst vorstellen. Das dafür angedachte Treffen soll an den Werderwiesen stattfinden. „Die Einladungen dazu gehen in Kürze raus“, sagt Maurer.