Seehausen l Auch die weiteren am Sonntag von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens bedeuten nach Ansicht von Bürgermeister Rüdiger Kloth keine neuen, größeren Einschnitte für die Bürger der Verbandsgemeinde Seehausen, weil das meiste schon umgesetzt ist und von den Bürgern immer mehr verinnerlicht wird, so der Verwaltungsbeamte gegenüber der Volksstimme. Wobei er ausdrücklich darauf verweist, dass viele Geschäfte und Dienstleister zwar ihren Betrieb einstellen mussten, Fleischer, Bäcker, Lebensmittelmärkte, Apotheken und andere lebenswichtige Institutionen aber nach wie vor geöffnet haben und die Bewegungsfreiheiten unter den bekannten Auflagen zur Ansteckungsvermeidungen ja auch nicht eingeschränkt sind.

So ist zum Beispiel die Zahl der zu betreuenden Mädchen und Jungen in den zehn Kitas auf rund 30 von üblicherweise etwa 600 gesunken, was einen wichtigen Beitrag darstellt, um die Infektionsketten zu unterbrechen. Eltern, die doch oder wieder ihre Kinder betreuen lassen müssen, weil sie die Aufsicht nicht oder nicht mehr absichern können und in Berufen tätig sind, die für das öffentliche Leben essenzielle Bedeutung haben, können sich nach wie vor in der Verwaltung melden und auf eine schnelle Entscheidung setzen.

Der Besucherverkehr in der Verwaltung ist laut Kloth inzwischen auf das notwendigste Maß reduziert. Nach telefonischer Anmeldung und Terminvereinbarung werden aber alle dringend notwendigen Anliegen der Bürger behandelt. Das funktioniert gut, zumal viele Dinge, wie das Ausstellen und Zusenden von Bescheinigungen praktisch auf Zuruf erledigt werden können. Ein persönliches Erscheinen ist in vielen Fällen nicht notwendig.

Weil es wichtiges Ziel ist, die Arbeitsfähigkeit und Erreichbarkeit der Verwaltung sicherz stellen und ein positiver Befund oder auch schon nur ein Verdachtsfall mit angeordneter Quarantäne alle guten Absichten über den Haufen werfen kann, sind die Mitarbeiter der Verwaltung ab heute im wöchentlichen Wechsel im Rathaus präsent. Womit Seehausen eine Idee des Arendseer Bürgermeisters Norman Klebe aufgreift. Heißt: Eine Hälfte arbeitet per Fernleitung von Zuhause aus oder nimmt sich Arbeit mit nach Hause. Mit der Vorsorgemaßnahme wäre im Ernstfall nur ein Teil der Belegschaft betroffen. Wenn es dadurch zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von Anliegen kommt, bittet der Bürgermeister um Verständnis. Der „Schichtbetrieb“ betrifft übrigens nicht nur die Kernverwaltung, sondern auch die Kita-Besatzungen. Was bei den derzeitigen Kinderzahlen ja auch umgesetzt werden kann.

Rüdiger Kloth ist ab heute selbst im Home-Office, aber immer erreichbar. Telefon und Internet machen seine persönliche Anwesenheit bei Beratungen mit seinem Krisenstab nicht nötig. Und auch der Kontakt zu Amtskollegen, Behörden oder zum Landrat ist gesichert, um immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Die modernen Medien nutzte Kloth zum Beispiel auch über den Seehäuser Facebook-Auftritt, um sich nicht nur per Zeitung, sondern auch per Videobotschaft mitzuteilen. Was offenbar gut ankommt, wie Nutzerzahlen und positive Kommentare belegen. In seinem Beitrag vom Sonntag wagt der Verbandsgemeindebürgermeister auch einen Blick in die Zukunft und hofft, dass sich die restriktiven Maßnahmen später nicht in der Scheidungs-, sondern vielmehr in der Geburtenrate bemerkbar machen.